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Aufregende Anekdoten über die Ahnen von Heidenburg

Aufregende Anekdoten über die Ahnen von Heidenburg

Nach zehnjährigen Recherchen des Arbeitskreises "Einwohner- und Familienbuch Heidenburg" erscheint Mitte Oktober das gleichnamige Werk in zwei Bänden. Aktuell laufen die Vorbereitungen für das dafür geplante Fest.

Heidenburg. Jahrelang haben sie vergilbte Unterlagen und staubige Akten durchforstet oder auch alte Fotos digitalisiert. Nun steuern die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises "Einwohner- und Familienbuch Heidenburg" die Zielgerade an: Am Samstag, 19. Oktober, wird das gleichnamige Buch vorgestellt und auch erstmals zu kaufen sein. Von 300 bestellten Büchern (Preis 42 Euro) sind bereits 130 reserviert. Die zwei Bände umfassen je 600 Seiten und enthalten Hunderte, vorwiegend historische, Fotos.
Die Idee für das Buch, das sich anders als eine Chronik mit den Menschen befasst, wurde im Zusammenhang mit der 950-Jahr-Feier des Ortes im Jahre 2003 geboren. Angeregt dazu hatte der langjährige Ortsbürgermeister Dietmar Jäger, der bis zu seinem Tod Ende 2012 mitarbeitete. Ihm und Rolf Blasius, Autor der ebenfalls 2003 erschienenen Ortschronik, ist es in erster Linie zu danken, dass das Vorhaben realisiert wurde. "Sie wollten das direkt im Anschluss an die Jubiläumsfeier umsetzen", erinnert sich Arbeitskreismitglied August Kaufmann. Dem insgesamt knapp 30-köpfigen Hobby-Chronisten-Team steht mit dem Westerwälder Blasius ein erfahrener Mann vor. Außerdem ist er dem Ort, aus dem seine Vorfahren stammen, eng verbunden.
Daher verfügte er bereits vor Jahren, dass alle Unterlagen, die er und andere für Chronik und Familienbuch (eine Art Anhang dazu) zusammentrugen, der Gemeinde gehören sollen. In einer formellen Stiftungsurkunde knüpfte er das lediglich an die Bedingungen, dass die Gemeinde einen öffentlichen Raum stellen muss, der in der Grundschule eingerichtet wurde, und einen zuständigen Betreuer. In die bisherige Aufgabe von Achim Hagen (76) will sich mit Wolfgang Späder künftig ein Jüngerer einarbeiten.
Blasius recherchierte vor allem, wer wann wo geboren wurde, wen heiratete und welche Kinder hatte. Dafür durchforstete er Archive, Kataster- und Notarunterlagen und Militär-Dokumente. Das ihn unterstützende Team suchte nach Hintergrundgeschichten über Ahnen der eigenen wie auch anderer Familien. Als deren Paten hörten sie sich um, was noch aus Schulzeit, Familienleben oder vom Vereinsengagement bekannt ist. Unterstützt wurden sie dabei von älteren Bürgern sowie Nachfahren, die nach Fotos suchten und schriftliche Unterlagen zusammentrugen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises hoffen, dass die Geschichte des Dorfes fortgeschrieben wird. "Das Familienbuch soll jetzt nicht enden", wünscht sich Kaufmann. Ebenso wie Hildegard Kolz, die mitarbeitete, "um etwas für das Dorf und für künftige Generationen zu tun". Außerdem habe sie Blasius unterstützen wollen, der bis ins 16. Jahrhundert zurück datierende Fakten zusammen getragen habe. urs