Aufwind für die Hunsrückbahn: Ministerpräsidentin betont Bedeutung

Aufwind für die Hunsrückbahn: Ministerpräsidentin betont Bedeutung

In die Diskussion um eine Reaktivierung der Hunsrückbahn kommt neuer Schwung: Das hängt mit der Entwicklung des Flughafens Hahn zusammen. Für die Hunsrückbahn setzt sich nun auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein.

Morbach/Thalfang. Die Strecken der Hunsrückbahn sind schon seit Jahren stillgelegt. Eine Strecke, die den Hunsrück vor allem in Ost-West-Richtung durchquert, wurde zwischen Büchenbeuren (Rhein-Hunsrück-Kreis), Morbach, Thalfang, Hermeskeil und Türkismühle (Kreis St. Wendel im Saarland) seit den 1970er Jahren nach und nach stillgelegt. Der Autoverkehr war beliebter, nach und nach starb der Schienenverkehr für Personen und Güter aus.Verein macht sich stark


In den vergangenen Jahren wurden indes Stimmen laut, diesen Schienenverkehr wieder zu beleben. Neben dem allgemeinen Aspekt des Umweltschutzes war es die Schaffung des ersten rheinland-pfälzischen Nationalparks Hunsrück-Hochwald im vergangenen Jahr, der das Thema befeuerte. Schließlich sollte es möglich sein, ein Schutzgebiet auch umweltfreundlich zu erreichen, sprich: ohne Auto-Individualverkehr. Neben den Bürgermeistern und Landräten der beteiligten Gemeinden machte sich auch der Verein Pro Hochwald- und Hunsrückbahn dafür stark (der TV berichtete mehrfach).
Immerhin haben inzwischen die Bundesbahn und der deutsche Bahnkunden-Verband vereinbart, eine mögliche Reaktivierung der stillgelegten Strecke zu prüfen.

Und dabei kommt auch der Flughafen Hahn ins Spiel. Denn bereits bei seiner Umwidmung vom militärischen zum zivilen Flughafen gab es entsprechende Pläne, die 63 Kilometer lange Strecke zwischen Langenlonsheim und dem Flughafen zu reaktivieren. Nun hat sich sogar Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor wenigen Tagen bei einem Bürgerempfang für eine Reaktivierung ausgesprochen.

Das sei sogar im Koalitionsvertrag der frisch gewählten rot-grün-gelben Landesregierung so vereinbart. Die Bürgermeister aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis begrüßen das, wie der Bürgermeister von Simmern, Andreas Nikolay, betont. Das wäre ein erster Mosaikstein, um den Hunsrück zu erschließen.

Ob daraus aber Realität wird, hängt nun von der Potenzialanalyse der Bahn ab, die auch von Landrat Gregor Eibes begrüßt wird. Das Planfeststellungsverfahren läuft voraussichtlich bis Ende 2017. Um die Trasse zum Hahn wieder in Betrieb zu nehmen, sind voraussichtlich Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro notwendig. hpl

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