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Aufzug im Turm wird nicht genehmigt

Aufzug im Turm wird nicht genehmigt

Grundsätzlich gibt es einen breiten Konsens, die alte Wehlener Kirche zu einem Bürgerhaus umzubauen. Allerdings muss wieder neu beraten werden, wo der Aufzug seinen Platz findet.

Wehlen. Seit Jahren wird dar über diskutiert, wie die alte Kirche in Wehlen genutzt werden kann. Mittlerweile bestehen Pläne, die eine Umwandlung in ein Bürgerhaus vorsehen (der TV berichtete). Darüber gibt es auch einen breiten Konsens im Ortsbeirat sowie im Stadtrat. Die Pläne beinhalten auch, dass im Turm ein Aufzug installiert wird, der den Zugang zu den beiden Obergeschossen erleichtert. Gegen diese Pläne wendet sich der Wehlener Hans-Ulrich Praus, der auch Mitglied des Ortsbeirats ist, vehement. Das Gewölbe habe eine kulturhistorische Be deutung, sagt er. "Der Gedanke an den Denkmalschutz ist total außer Acht gelassen oder auch bewusst ignoriert worden", klagt Praus mit Blick auf den Plan, das Gewölbe zu durchbrechen. Mittlerweile gibt es dazu aber klare Aussagen von den zuständigen Behörden. Bei der ehemaligen Kirche handele es sich um ein Kulturdenkmal, heißt es aus dem Kreishaus in Wittlich. Gegenüber der Sanierung bestünden seitens der Denkmalpflege keine Bedenken. "Die geplante zentrale Treppe und der Fahrstuhl im Westturm sind seitens der Denkmalpflege nicht genehmigungsfähig. Die vorgelegte Planung muss daher für diesen Bereich überarbeitet werden", heißt es in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung.Port hält Gebäude nicht für schützenswert

Auch Maria Wenzel (Generaldirektion Kulturelles Erbe Mainz) bekundete auf TV-Anfrage ihre Ablehnung. Auch beim Rundgang der Kommission im Gebietsentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" kam die Sprache auf den Aufzug. Kommissionsmitglied Edgar Kiewel, zuständig für Baugestaltung und Bauentwicklung, sprach sich ebenfalls gegen einen Aufzug im Turm aus. All diese Aussagen bringen nun die Stadt in Zugzwang. Stadtbürgermeister Wolfgang Port hatte sich bisher eindeutig für den Aufzug im Turm ausgesprochen, die Verwirklichung des Projekts sogar davon abhängig gemacht. Port hält das Gewölbe auch weiterhin nicht für so bedeutsam, dass es geschützt werden müsse. Gleichwohl sei das Planungsbüro damit beauftragt worden, nach pragmatischen Lösungen zu suchen, beispielsweise einem Aufzug an der Rückfront des Gebäudes. "Das würde dann aber erheblich teurer", sagt er.