Aus dem Himmel auf das Grab

Der Absturz des amerikanischen Flugzeugs A 10 in der Nähe von Laufeld hat Erinnerungen wachgerufen. TV-Leser berichten von selbsterlebten Bruchlandungen, die bisher in keiner Statistik auftauchen.

Herforst/Landscheid. "Als junger Mann habe ich Tagebuch geführt und die Flugzeugabstürze hier in der Gegend dokumentiert", sagt Klaus Hirschfeld aus Herforst. Sein Zuhause war der inzwischen verschwundene Hof Kammerforst unmittelbar an der Air-Base Spangdahlem gelegen. "Ich habe dort vier Abstürze erlebt, die uns direkt gefährdeten". Zwischen 1956 und 1959 hielt Hirschberg in jährlichen Abständen vier Flugzeugabstürze auf der Air-Base in seinem Tagebuch fest. "Die sind uns total um die Ohren geflogen, denn das geschah ja nur 100 bis 300 Meter von unserem Haus entfernt", sagt der 71-Jährige.
Der übelste aller Abstürze aber war der von Weihnachten 1985 in Herforst, bei dem das Grab seines Vaters verwüstet wurde. Schon kurz nach dem Abheben von der Landebahn auf dem amerikanischen Areal schaute Ehefrau Doris aus dem Fenster des Hauses in Herforst und sah zwei Piloten beim Absprung zu. "Müssen die heute am zweiten Weihnachtstag unbedingt ihre Übungen machen", habe sie gedacht. Aber dann geschah das Unfassbare. Die Maschine machte in der Luft eine Kehrtwendung in Richtung Herforst und schlug genau auf dem Friedhof auf, der sich direkt an den Ort anschließt.
Auf dem damals neu angelegten Teil gab es nur ein Grab: das des Vaters von Klaus Hirschfeld. Die amerikanische Maschine zerstörte neben dem Grab die Umgrenzungsmauern und zerschellte anschließend auf der angrenzenden Wiese. Bis heute hat Hirschfeld elf Flugzeugabstürze in seinen Aufzeichnungen festgehalten.
Von einem ähnlichen Absturz in Dorfnähe berichtet auch Hans-Josef Rogge, der aus Landscheid stammt und in Belgien lebt. Bei diesem Ereignis in den Jahren 1963 oder 64 kam seine Tante Apollonia Follmann ums Leben. Die arbeitete gerade in ihrem Kleingarten neben dem Landscheider Friedhof.
Ein französisches Flugzeug habe einen Tank abgeworfen, berichtet Rogge. Dieser traf einen Baum, der seine darunter arbeitende Tante erschlug. "Hätte der Pilot den Tank nur einen Meter weiter abgeworfen, wäre das ganze Dorf gefährdet gewesen", so Rogge. Ob das Flugzeug noch in Spangdahlem landen konnte oder abstürzte, weiß er nicht mehr genau.