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Aus der Region und mit Leidenschaft

Aus der Region und mit Leidenschaft

Gutes und Bewährtes aus heimischen Landen zeigten 40 Anbieter auf dem Vielfaltsmarkt Querbeet in Morbach-Weiperath. Ein bisschen Öko-Flair gab’s inklusive für einen Euro Eintritt.

Morbach-Weiperath Brot, Marmelade, Honig, Käse, Wurst und die Eier legen die Hühner, die man auch kaufen kann. Beim Vielfaltsmarkt Querbeet in Morbach-Weiperath gab es gestern alles für ein Sonntagfrühstück.
Bis auf den Kaffee vielleicht. Diese Pflanzen gedeihen im rauen Hunsrückklima nicht.
Was man selbst anpflanzen, züchten, herstellen kann, darum dreht es sich seit fünf Jahren in dem Hunsrückort am zweiten August-Wochenende. Alles möglichst nachhaltig, ökologisch und deshalb natürlich aus der Region.
Aber man kann sich beim Vielfaltsmarkt Querbeet nicht nur durchprobieren. Sascha Baus rührt den Lehmmörtel noch einmal durch, nimmt dann die Maurerkelle, klatscht einen Batzen des braunen Breis auf einen Lehmstein, streicht ihn glatt und setzt den nächsten Lehmziegelstein darauf. Der Maurer aus dem etwa 30 Kilometer entfernten Reckershausen hat sich aufs traditionelle Bauen spezialisiert.
"Damit der Lehm seine Wirkung aufs Raumklima entfalten kann, muss die Schicht entsprechend dick sein", erklärt er. Bei seinen Lehmmauern ist das auf natürliche Weise der Fall.
Öko-Flair gibt es auf dem Vielfaltsmarkt für einen Euro Eintritt inklusive - im positiven Sinne. "Es ist alles nicht so kommerziell, wie sonst", sagt eine Besucherin.
Die Standbetreiber nehmen sich viel Zeit, erklären, plaudern. Ob etwas verkauft wird, scheint nebensächlich. "Wir machen das aus Leidenschaft", sagt Bäuerin Bettina Rehmann aus Nohen. Natürlich ist man froh, wenn die Kasse klingelt, aber man will auch aufklären, Interesse wecken.
Um ihr Gemüse anzubauen, verwendet Rehmann ausschließlich samenfestes Saatgut. Solches verkauft beispielsweise auch Sabine Lütt, die den Vielfaltsmarkt zusammen mit ihrem Partner Matthias Lilienmond ins Leben gerufen hat (siehe Info).
"Von Anfang an gab es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Mitmachmöglichkeiten", erklärt sie den Erfolg.
So kann man sich diesmal über die Veränderung der Pflanzenwelt infolge des Klimawandels oder eine naturnahe Gartengestaltung informieren. Die sechsjährige Samira hockt bei den Hinzerather Künstlern Bruni Kluß und Rüdiger Luckow und formt aus Ton Tiere. "Der Igel ist einfach. Und wenn du den Igel kannst, kannst du auch den Vogel", erklärt das Mädchen begeistert.
Zufrieden schlendern auch Anja und Jörg Samstag zwischen den 40 Ständen hindurch. "Seife, Saatgut und Süßigkeiten haben wir bereits gekauft", erzählen sie.
Mit dem Gemüseanbau auf ihrem großen Grundstück bei Horbruch klappe es aber noch nicht so. Wie und mit welchen Sorten man mit dem schweren Hunsrückboden zurechtkommt, werden sie aber bei den erfahrenen Biobauern lernen.Extra: VIELFALTSMARKT QUERBEET

 Nicht nur Saatgut und heimisches Gemüse, auch heimische Legehühner, wie durch Patrik Hillebrand aus Kindernbeuern, wurden auf dem Vielfaltsmarkt verkauft.
Nicht nur Saatgut und heimisches Gemüse, auch heimische Legehühner, wie durch Patrik Hillebrand aus Kindernbeuern, wurden auf dem Vielfaltsmarkt verkauft. Foto: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"
 Die sechsjährige Samira formt mit dem Hinzerather Künstler Rüdiger Luckow Tiere aus Ton.
Die sechsjährige Samira formt mit dem Hinzerather Künstler Rüdiger Luckow Tiere aus Ton. Foto: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"


Zum sechsten Mal organisierten Sabine Lütt und Matthias Lilienmond den Vielfaltsmarkt Querbeet rund um und in Kooperation mit dem Holzmuseum Weiperath. Auf die Idee sei man durch die Besuche ähnlicher Märkte in Süddeutschland gekommen, erzählt Lütt. Die Aussteller kommen ausschließlich aus der Region. "Bis Simmern, Wittlich und Birkenfeld", umreißt sie den Umkreis. Denn das Motto sei ja Regionalität. Mittlerweile hat der Vielfaltsmarkt auch Nachahmer in der Region gefunden. Die Samenbörse in Bengel ging daraus hervor.