Aus für Lebensmittelmarkt in Gonzerath

Aus für Lebensmittelmarkt in Gonzerath

Der Unternehmer Frank Klein schließt seinen Lebensmittelmarkt in Gonzerath. Die Gründe liegen unter anderem in sinkenden Umsätzen bei rasant steigenden Kosten. Die Konkurrenzsituation hat den Druck verschärft.

Gonzerath. Noch sind die meisten Regale bei Nah und Gut in Gonzerath gut gefüllt, aber nicht mehr lange. Denn Inhaber Frank Klein schließt in Kürze seinen Lebensmittelmarkt. Am Samstag, 12. Januar, können die Kunden letztmals Obst, Brot, Milch, Süßigkeiten oder Konserven bei Klein kaufen. Bis zum 31. Januar will er dann seinen 700 Quadratmeter großen Markt komplett leer geräumt haben.
Mit sichtbarem Bedauern beendet der 40-jährige Unternehmer sein Engagement in Gonzerath. Doch immer weniger Kunden besuchten in den vergangenen Jahren sein Geschäft. "Umsatz und Frequenz sind stark rückläufig bei galoppierenden Kosten, beispielsweise bei der Energie", sagt Klein. Zusätzlich seien die Gewinnmargen bei zahlreichen Artikeln mehr und mehr gesunken. Deshalb ließe sich der Kostenaufwand für den Supermarkt nicht mehr erwirtschaften. Dazu käme eine Vielzahl von weiteren Gründen. Beispielsweise habe der Markt durch die Straßensperrung beim Blockhaus viele Kunden aus Longkamp und Kommen verloren. "Wir sind für diese Kunden zwar immer noch der nächstgelegene Supermarkt, aber die Kunden empfinden die Umleitung als Umweg und fahren woanders hin", sagt er.
1995 hatte der Gonzerather Willi Gorges den Lebensmittelmarkt eröffnet, 2000 hat ihn der gebürtige Horather Klein übernommen. Seitdem habe sich in Morbach die Konkurrenzsituation verschärft, sagt der Unternehmer, der das Gebäude in Gonzerath gemietet hat.
Rationalisierung hilft nicht


Ein Wettbewerber sei hinzugekommen, andere hätten vergrößert. "Dort ist durch die Konzentration am Kreisel ein Umfeld entstanden, bei dem wir nicht mehr mithalten können." Auch Rationalisierungen könnten nicht mehr helfen. "Irgendwann ist auch damit Schluss", sagt Klein. Neben ihm und seiner Frau arbeiteten zuletzt sieben weitere Kräfte bei Nah und Gut. "Als ich den Laden übernommen hatte, waren es fast doppelt so viele."
Bis zum letzten Verkaufstag will er noch frisches Obst, Gemüse und Brötchen anbieten. Die anderen Produkte verkauft er bereits aus. "Ich finde das furchtbar", sagt Rosa Sonne. Die Gonzeratherin, die auf eine Gehhilfe angewiesen ist, erledigte ihre Einkäufe bei Nah und Gut bisher noch selbst.
"Jetzt muss ich einen Nachbarn fragen, ob er mir was mitbringt", sagt sie. Auch Melanie Möger aus Gonzerath trauert um den Lebensmittelmarkt. "Ich bin jeden Tag hierher gegangen. Dass der Markt jetzt schließt, ist einfach nur beschissen."

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