Aus Milch mach Gummi

Einen kompostierbaren Gummi aus Milch hat Carlos Servaty hergestellt und damit beim Landeswettbewerb "Schüler experimentieren" den ersten Platz im Bereich Interdisziplinär erreicht. Es war die vierte Teilnahme des Siebtklässlers. Schon vorher hatte es ihm die Milch angetan.

Wittlich/Oberöfflingen. "Die Milch macht's." Dieser Werbespruch trifft auch auf Carlos Servaty aus Oberöfflingen zu. Sie hat es ihm hauptsächlich zum Experimentieren angetan. In Mamas Küche und im Chemielabor seiner Schule, dem Peter-Wust-Gymnasium, probiert er seine Theorien aus. Er hat schon Kleber aus Milch gemacht, berechnet wie viel Restmenge Milch in den handelsüblichen Verpackungen bleibt. Es waren vier Gramm, aber die sind auch mehr in den Packungen, so dass die Mengenangaben der Hersteller richtig sind. In diesem Jahr war es der kompostierbare Gummi, an dem er sich versucht hat. Er erklärt: "Es ging mir dabei auch um die Umwelt, denn es gibt so viele Abfälle aus Gummi, die sich nicht zersetzen, da finde ich, könnte man was tun", so der Schüler.Mit einem Kleber fing es an


Also hat er sich daran gemacht. Ausgangspunkt war sein kompostierbarer Kleber. Der war aber nicht biegsam, und so hat Carlos mit verschiedenen Weichmachern gearbeitet und kam auf Sorbitol. Dann brauchte er mehr Stabilität und die erreichte er mit Gummibärchen, denn die sind dehnbar. Mit einem Magnetrührer machte er sie flüssig und brachte sie unter die Masse. "Jetzt konnte man das sogar durch eine Heißklebepistole drücken", erklärt Carlos. "Man kann das für Gummibänder benutzen oder für Scherzartikel, auch für Textilien kann man es verwenden", so der Schüler weiter. Warum das nicht schon lange in der Industrie gemacht wird, erklärt er sich mit Kostengründen. "Mit Öl ist das halt billiger."
Seine Leistungen wurden von der Jury im Bereich "Interdisziplinär" mit dem ersten Platz ausgezeichnet, weil sie sowohl die Bereiche Technik, Biologie, Chemie, Physik und Umwelttechnik betreffen. In der Laudatio heißt es: "Diese Arbeit ist ein sehr gutes Beispiel für systematisches und fundiertes Arbeiten." Weiter schreiben sie: "Der Große Umfang seiner Arbeit und der enorme Ideenreichtum hat die Jury sehr begeistert." Das Preisgeld waren 150 Euro, die er erst einmal spart. Betreut wurde der zwölfjährige Carlos fachlich von seinem Lehrer Albert Schlimpen und seiner Mutter Dr. Sabine Maria Servaty. Nach dem "Schüler experimentieren"-Projekt bleiben die Reagenzgläser aber erstmal im Regal und Carlos widmet sich seinem Hobby Fußball. Ob man Fußbälle aus Milch herstellen kann, ist vielleicht auch mal ein Experiment wert. chbExtra

Es gibt Schüler, die sind ganz schön pfiffig. Und probieren gerne was aus. Wie zum Beispiel Carlos Servaty. Der hat solange mit Milch experimentiert, bis daraus Gummi wurde. An vielen Schulen wird die Neugier und Kreativität gefördert und Lehrer helfen dabei, etwas zu erforschen oder sogar was ganz Neues zu erfinden. Wer besonders gut ist, kann bei den Wettbewerben "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" Preise gewinnen. noj