Ausgezeichnet: Neues vom Rosenberg - Zeitung der Bernkastel-Kueser Schule gewinnt Wettbewerb auf Landesebene

Bernkastel-Kues · "Neues vom Rosenberg" heißt es im Januar, dann erscheint die 15. Ausgabe der Schülerzeitung der Förderschule in Bernkastel-Kues. Das erfolgreiche Blatt gewann den ersten Preis in einem Landeswettbewerb sowie einen Sonderpreis des Trierischen Volksfreunds. Der TV ist zu Besuch beim Redaktionsteam.

Foto: (m_mo )

Ein Dutzend Blätter Papier liegt auf dem Tisch. Die meisten sind in Blau, Weiß, Rot gehalten - die Nationalfarben Frankreichs. Einige zeigen das Friedenszeichen: ein Kreis mit einem umgedrehten Y, wobei anstelle des Buchstabens der Eiffelturm gezeichnet ist. Auf einem Blatt steht das Wort "Frieden" in vielen verschiedenen Sprachen, andere zeigen Fotos.

Angefertigt haben die Bilder Schüler der Rosenbergschule in Bernkastel-Kues. Sie sollen an die Anschläge von Paris mit 130 Toten vom 13. November erinnern. Bénédict (16) und Timo (17) schauen sich mit ihrem Schulleiter Holger Schäfer die Zeichnungen und Fotos an. Sie wollen sie in der 15. Auflage der Schülerzeitung "Neues vom Rosenberg" abdrucken. Zweimal im Jahr erscheint das Heft, das nächste gibt es im Januar.

Bénédict und Timo sind zusammen mit Malin Klein die Redakteure der Schülerzeitung. Jeden Donnerstag treffen sie sich. "Dann sprechen wir Themen ab und nehmen Vorschläge aus den Klassen auf, die wir bearbeiten", sagt Schäfer. Denn für die Zeitung liefern alle Schüler Texte, Fotos oder Bilder von Aktionen, Projekten, Klassenfahrten oder Ausflügen. Die Beiträge erstellen sie im Unterricht.

"Die Kinder merken oft nicht, dass sie einen Artikel schreiben", sagt Schäfer. Etwa, wenn sie über die neuen Kunststücke von Lotte berichten. Die Schulhündin hat eine eigene feste Seite in der Zeitung. Eine andere Serie dreht sich um das Schulcafé. "Diesmal werden wir alle Teams vorstellen", verrät Schäfer. Für jede Ausgabe der Zeitung gebe es eine Sammlung von Themen. Die werden ergänzt, wenn etwas Wichtiges hinzukommt. Wie etwa die Sonderseiten zu den Anschlägen in Paris.

"Wir hatten schon viele Bilder dafür bekommen", sagt Bénédict . "Aber es hatten noch nicht alle Klassen ihre Arbeiten abgegeben." Deshalb sind er und Timo zusammen mit Schäfer von Klasse zu Klasse gegangen. Bénédict klopfte an die Türe zur Klasse eins, einer Einschulungsklasse, und erklärte: "Wir machen in der Schülerzeitung Sonderseiten zu den Anschlägen in Paris. Habt ihr Bilder gemalt?" Die Lehrerinnen verneinten. Sie hätten das Thema nicht behandelt.Macher probieren vieles aus


In Klasse drei hatten die Redakteure mehr Glück. Die Schüler überreichten ihnen Fotos. Klasse vier ist mit ihrer Arbeit noch nicht fertig. Nun sind sie im Computerraum. Timo schaltet den Scanner ein. Er legt das erste Bild auf die Glasfläche. Bénédict drückt auf seiner PC-Tastatur den "Scan"-Befehl. Der Lesekopf des Scanners bewegt sich über die Seite. Ein Bild nach dem anderen legt Timo auf das Gerät. Bénédict speichert sie ab. Dann wechselt er das Programm, er will im Internet nach weiteren Bildern suchen. Bénédict gibt die Wörter "der Anschlag von Paris" in die Maske der Suchmaschine ein. "Hier haben wir das Stadion", sagt er und zeigt auf den Bildschirm. Für Schäfer ist es wichtig, dass sich die Schüler zutrauen, im Internet zu arbeiten. "Das lernen sie nur, wenn sie es ausprobieren."

Ausprobieren dürfen die Redakteure viel. Vielleicht war deshalb die vergangene Ausgabe der Zeitung besonders erfolgreich. Sie gewann in der Kategorie Förderschulen im landesweiten Schülerzeitungswettbewerb den ersten Platz sowie den Sonderpreis des Trierischen Volksfreunds. Der Wettbewerb wird abwechselnd vom Land und vier regionalen Zeitungen, darunter der TV, durchgeführt.

"Wir waren baff, als wir das gehört haben", sagt Bénédict. "Wir haben uns sehr gefreut." Die Schüler interessieren sich generell für Aktuelles. Beide Jungen bevorzugen den Sportteil im TV. "Ich lese zuhause immer die Texte über den 1. FC Kaiserslautern", sagt Bénédict. "Ich schreibe einen Bericht über die." Dazu wolle er ein Interview führen. Aber auch für das Team gibt es für die neue Ausgabe noch viel zu tun. "Wir müssen noch 500 Fotos vom letzten Konzert unserer Schulband Donnerwetter sichten und für die Zeitung auswählen", sagt Schäfer. "Das ist noch viel Arbeit."Extra

Die Rosenbergschule in Bernkastel-Kues ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung. Ziel ist es, die Schüler zu einem möglichst selbstständigen Leben in Freizeit, Wohnen und Beruf vorzubereiten. Fast 100 Schüler bis 20 Jahre aus dem gesamten Landkreis Bernkastel-Wittlich besuchen die Ganztagsschule. Betreut werden sie von 40 Lehrern, Erziehern, Sozialpädagogen und Mitarbeitern in der Verwaltung. Sieben bis neun Schüler sind in einer Klasse, um die sich zwei bis drei Erwachsenen kümmern. Unterricht ist von 8.30 bis 15.30 Uhr, freitags bis 12.30 Uhr. mehi