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Ausschuss stoppt großen Neubau im Kueser Bergweg

Kommunalpolitik : Ausschuss stoppt großen Neubau

Der Bauausschuss der Stadt Bernkastel-Kues hat in seiner Sitzung eine Voranfrage für ein Projekt im Kueser Bergweg abgelehnt.

In vielen Kommunen wird für Investoren, die größere Projekte wie ein Mehrfamilienhaus mit 23 Wohnungen auf drei Etagen errichten wollen, der sogenannte rote Teppich ausgerollt. Doch den Planern und Investoren, die im Kueser Bergweg genau ein solches Projekt realisieren wollen, hat der Bauausschuss der Stadt Bernkastel-Kues in seiner jüngsten Sitzung die rote Karte gezeigt und eine Bauvoranfrage abschlägig entschieden – unter Applaus von rund zwei Drittel der 30 Zuhörer, die die Sitzung besucht haben.

Was und wie dort gebaut werden soll, hatte Architekt Thomas Kruppa vom Architekturbüro FAT aus Luxemburg zuvor in der Sitzung vorgestellt. In einem dreiteilig gestaffelten, zweimal versetzt angeordneten Gebäude sollen auf zwei Etagen jeweils neun Wohnungen zwischen 55 und 90 Quadratmeter entstehen. Obenauf sollen laut den Planungen in einer dritten, eingerückten Etage, ähnlich einem Penthaus, fünf Wohnungen mit bis zu 190 Quadratmeter Wohnfläche gebaut werden. Unter den Wohnungen sind in einer Tiefgarage für 32 Autos Stellplätze eingeplant. Insgesamt soll das Gebäude auf dem rund 2400 Quadratmeter großen Grundstück 56 Meter lang und 29 Meter breit werden. Dort steht heute eine Villa, die sich laut Kruppa nicht halten lässt.

Doch scheint die Zufahrt zum Gebäude das größte Hindernis für das Bauvorhaben zu sein. Diese erfolgt über ein kurzes Stück durch die Straße „Über den Wiesen“, laut Stadtbürgermeister Wolfgang Port ein asphaltierter Feldweg, in dem kein Begegnungsverkehr möglich ist. „Die größte Problematik ist die unüberschaubare Verkehrssituation. Aus meiner Sicht ist das nicht machbar“, sagt er zu den Plänen.

Unter dem Applaus der Besucher – was Port allerdings sofort unterbindet – bezeichnet eine Abgeordnete des Ausschusses das Projekt als „meiner Meinung nach viel zu groß“. „Ihre persönliche Meinung ist nicht ausschlaggebend, rechtliche Dinge sind ausschlaggebend“, antwortet der Stadtbürgermeister und verweist auf die Verwaltung, die vorab eine Stellungnahme abgegeben hatte.

Für das betreffende Gebiet, in dem der Investor das Projekt anstrebt, gebe es keinen Bebauungsplan. Zu beurteilen wäre, ob die Nutzung durch 23 Wohneinheiten den vorhandenen Rahmen der überwiegend als Einfamilienhäuser genutzten Nachbarbebauung in unangemessener Weise überschreitet und dadurch Spannungen hervorruft und ob durch den verstärkten Zu- und Abgangsverkehr immissionsschutzrechtliche Konflikte auftreten können, heißt es in der Stellungnahme, die Bestandteil der Sitzungsvorlage ist. So begründet der Bauausschuss in seinem Beschlussvorschlag dann auch das Nein für das Vorhaben.