Außen schon schön, innen noch nicht

Piesport · Von außen sieht die St.-Michael-Kirche in Piesport dank umfangreicher Sanierungsarbeiten bereits gut aus. Innen soll die Kirche jetzt ebenfalls renoviert werden. 50 000 Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung gestellt. Sobald die Bewilligung des Landesamtes für Denkmalschutz vorliegt, kann es losgehen mit den Arbeiten.

Piesport. Die St.-Michael-Kirche in Piesport ist mit ihrer Rokoko-Ausstattung im Inneren eine Besonderheit in der Region (siehe Extra St.-Michael-Kirche). Doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Schon seit zehn Jahren wird nach und nach vieles erneuert und repariert. Jetzt steht noch die abschließende Innensanierung an. Und die ist auch dringend nötig, wie schon der Laie im Inneren der Kirche sehen kann. Die Wände haben einen Grauschleier. An einigen Stellen sind deutliche Risse zu erkennen.
Arbeiten sollen bald beginnen


Dass es jetzt mit den Arbeiten bald losgehen kann, dazu trägt auch die Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bei. 50 000 Euro sind der Piesporter Gemeinde jetzt für die Innensanierung bewilligt worden. Damit ist die Pfarrkirche St. Michael eines von 360 Projekten, die in diesem Jahr deutschlandweit gefördert werden. "Wir versuchen, eine breite Mischung zu unterstützen", sagt Thomas Mertz von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Dazu gehören unter anderem Kirchen, Burgen und Schlösser. Diese Summe dient für den Bauherrn als Eigenkapital, erklärt er. Das ist wichtig, damit das Land auch Fördergeld bewilligt.
Auf die Bewilligung wartet jetzt die Gemeinde, um mit dem Bau anzufangen. Da das Landesamt die Summe aber jetzt noch nicht auszahlen kann, genügt in diesem Fall zunächst der Bescheid, um mit der Sanierung zu beginnen, sagt Pfarrer Matthias Biegel.
Insgesamt soll die Sanierung des Innenraums 558 000 Euro kosten. Davon zahlt die Gemeinde selbst 299 800 Euro. Das Bistum Trier steuert 158 200 Euro bei. Schon in der Vergangenheit ist einiges in die Kirche aus dem 18. Jahrhundert investiert worden.
"Wir mussten zuerst den Turm renovieren", sagt Biegel. Dieser wies Risse auf, die durch die Schwingungen der Glocken im Mauerwerk entstanden waren. Im Zuge der von 2003 bis 2006 gemachten Arbeiten wurde der alte Glockenstuhl entfernt und durch einen Holzglockenstuhl mit fünf neuen Bronzeglocken ersetzt. 380 000 Euro kostet dieser Bauabschnitt. 2008 gab es für 8300 Euro einen neuen Heizkessel mit Kamin. Ein weiterer größerer Bauabschnitt war von 2007 bis 2009 die Sanierung des Kirchenschiffs. Dabei wurde das Schieferdach repariert. Der Außenanstrich wurde erneuert und Schäden am 230jährigen Dachstuhl beseitigt. 2010 hat die Gemeinde 10 500 Euro für die Restaurierung der historischen Michaelsfahne aus dem Jahr 1915 bezahlt. Die Voruntersuchung der Innenraumschale erfolgte in den Jahren 2010 bis 2011 und kostet noch einmal 9 650 Euro.Extra

Die heutige, an der Mosel gelegene Pfarrkirche St. Michael wurde 1776/77 von Paul Miller aus Tirol in einer einheitlichen ländlichen Rokokoform errichtet. Der Kirchenbau wird von einem 52,50 Meter hohen Turm dominiert. Vor dem Eingang der Kirche gibt es Portalpfeiler (um 1780), deren Engelsdarstellung Glaube und Liebe symbolisieren. Im Kircheninneren gibt es drei monumentale Deckenbilder (Piesporter Himmel), die 1778 von Johann Peter Weber aus Trier gemalt wurden. Über dem Altarraum ist die Himmelfahrt Mariens zu sehen, in der Mitte der Sturz der Engel durch den Erzengel Michael. Über dem Hochaltar befindet sich ein großes in die Wand eingelassenes Ölgemälde, ebenfalls von Weber. Die drei Holzaltäre und die Kanzel stammen aus der Zeit der Erbauung. Die dreibogige in Rokokoform gehaltene Orgelempore wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts in die Kirche eingebaut. nojExtra

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert jedes Jahr circa 450 Sanierungsprojekte in ganz Deutschland mit bis zu 22 Millionen Euro. Eine ehrenamtlich tätige wissenschaftliche Kommission aus Experten berät die Gremien der Stiftung bei der Auswahl dieser Projekte. Die DSD ist eine gemeinnützige Stiftung und wird von etwa 200 000 Förderern unterstützt. noj