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Aussteller für die Teilnahme an der Wittlicher Wirtschaftswoche

Wirtschaft : Wirtschaftswoche: Es sind noch Plätze frei

Aussteller für die Teilnahme an der Wittlicher Messe zu begeistern, gestaltet sich für die Stadtverwaltung in diesem Jahr etwas schwieriger.

2019 ist nicht wie 2015: Diese Erfahrung machen gerade Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wittlich, die mit der Akquise für die Wirtschaftswoche Wittlich (WWW) betraut sind. Die viertägige Gewerbeschau findet nach einer vierjährigen Pause in diesem Sommer vom 14. bis zum 17. Juni statt.

Wie Wittlicher Handwerker und Gewerbetreibende, die von der Verwaltung angerufen und um ihre Teilnahme gebeten wurden, berichten, geht die Stadt bei ihrer Akquise für die WWW in diesem Jahr etwas energischer vor.

Der TV hat bei der Stadtverwaltung nachgefragt, wie die Akquise für die Veranstaltung, die in rund acht Wochen beginnt, läuft.

„Zäher als zuletzt“, sagt Rainer Wener, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung bei der Stadt Wittlich. „Natürlich haben wir im Sinne der Wirtschaftsförderung alle Wittlicher Unternehmen angerufen, die wir auf jeden Fall dabei haben möchten.“

Doch im Gegensatz zum Jahr 2015, in dem die letzte Wirtschaftwoche über die Bühne ging, sei es in diesem Jahr etwas schwieriger, Unternehmen für Teilnahme zu gewinnen.

In Zeiten, in denen die Wirtschaft in der Säubrennerstadt boomt, wenn man die Zahl der Gewerbeansiedelungen betrachtet, stagniert das Interesse an einer Wirtschaftswoche? Kann das wirklich sein? Und wo liegen die Gründe?

Wener: „Viele kleinere Betriebe haben, wie sie uns sagen, das Personal und die Zeit nicht. Sie sagen, sie wüssten nicht, wie sie es machen sollten. Einige Unternehmen tun sich schwer, weil sie die Zeit dafür nicht haben.“ Das könne man insofern verstehen, sagt Wener, da die viertägige Messe für die Unternehmen mit den Vorbereitungen, dem Auf- sowie dem Abbau mehr als vier Tage Zeit und Personal in Anspruch nehme.

Dieser mutmaßliche Personalmangel, den einige Unternehmen aus der Region als Grund für ihre Absage nennen, sei aber auch noch auf eine andere Art und Weise auf der Wirtschaftswoche zu spüren. Denn mehrere Unternehmen nehmen gar nicht teil, um für ihre Produkte oder Dienstleistungen zu werben, sondern um sich auf der WWW als Arbeitgeber zu präsentieren und dort nach Personal Ausschau zu halten. Rainer Wener: „Auch Dunlop verkauft dort keine Reifen, sondern möchte sich als Arbeitgeber präsentieren.“

Zeit- und Personalmangel könnten natürlich auch ein Indiz dafür sein, dass viele Unternehmen derzeit ausgelastet, satt und zufrieden sind. Wofür sich noch auf einer Gewerbeschau präsentieren, wenn die Auftragsbücher prall gefüllt sind?

Doch Wener mahnt. „Die konjunkturelle Lage kann sich immer schnell ändern.“

Ein weiteres Hemmnis für einige Unternehmen, die 2019 nicht dabei sein wollen, scheint der Preis zu sein.

Kostete ein Quadratmeter Standfläche in den Zelten 2015 noch 33 Euro, sind es 2019 hingegen 45 Euro – 12 Euro mehr. Im Außenbereich müssen die Aussteller mit 25 Euro gegenüber 2015 jetzt pro Quadratmeter acht Euro mehr auf den Tisch legen. „Aber wir machen ja keinen Gewinn. Der Kostenapparat ist unheimlich gestiegen.“ Das beste Beispiel dafür, sagt Wener, sei die Gebühr für die Zelte. gegenüber 2015 müsse die Stadt in diesem Jahr für die Zelthallen knapp 40 000 Euro mehr auf den Tisch legen.

„Unsere Arbeitskraft und Personalkosten stellen wir ja schon gar nicht erst in Rechnung und verstehen das als Wirtschaftsförderung“, sagt Wener.

Trotz aller Schwierigkeiten bei der Kalkulation und der verhaltenen nachfrage ist man in der Stadtverwaltung guter Hoffnung, alle sieben Hallen gefüllt zu bekommen. Mit 170 Ausstellern habe man in den Hallen derzeit 87 Prozent der Ausstellungsfläche vermarktet. Die Außenflächen seien so gut wie voll.

„Wir machen uns keine Sorgen, dass wir das nicht hinkriegen. Es geht halt jetzt in den Endspurt.“

Dazu muss auch gesagt werden, dass die Verwaltung einigen Interessenten, die gerne im Juni auf der Wirtschaftswoche einen Stand aufbauen würden, abgesagt hat.

„Weil sie nicht die Qualität haben, die wir gerne sehen möchten.“ Dabei handele es sich aber überwiegend um Marktstände, die nicht in das Format der Wirtschaftswoche passen würden. Wener: „Wenn wir unseren Unternehmen ein Forum zur Präsentation bieten, dann soll es hochwertig sein.“

Eine Anmeldefrist gebe es in dem Sinne nicht, sagt Wener. „Wir nehmen quasi noch bis zum letzten Tag an.“ Aber der Druck der Messezeitschrift mit dem Verzeichnis der Aussteller werde knapp zwei Wochen vorher erfolgen. Bei einer späten Anmeldung kurz vor Toresschluss sei die Aufnahme in das Verzeichnis nicht mehr garantiert.

Unter den bereits angemeldeten Unternehmen, sagt Wener, seien viele neue Namen dabei. Viele Aussteller kommen aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich, aber es sind auch wieder viele Unternehmen aus Eifel, Mosel, Hunsrück und sogar aus München dabei. Das Motto der zehnten Auflage lautet: „Was möchten Sie heute unternehmen?“

 Neben poppigen Flyern, einer Messezeitung und Homepage gibt es für die WWW in diesem Jahr auch eine App .
Neben poppigen Flyern, einer Messezeitung und Homepage gibt es für die WWW in diesem Jahr auch eine App . Foto: Christian Moeris

Im Festzelt mit 500 bestuhlten Plätzen neben den Ausstellerhallen sollen mehrere Veranstaltungen über die Bühne gehen, die noch nicht alle festgezurrt sind. Neben der Eröffnungsveranstaltung mit „einem prominenten Redner“ und dem Tag der Gesundheit, soll es eine Art Unternehmerforum und daneben auch ein Unternehmerinnentreffen geben, zu dem sich auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer angemeldet habe.
Ebenfalls fest stehen eine Premierenlesung für ein Kinderbuch sowie der Auftritt des Ensembles Schall und Rauch.