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Ausstellung: Wie die Urgroßeltern lebten

Ausstellung: Wie die Urgroßeltern lebten

Pünktlich zur St.-Georg-Kirmes eröffnet der Heimat- und Kulturverein Binsfeld am Samstag, 28. April, seine Dauerausstellung im Dorfmuseum. Gezeigt werden Werkzeuge und Gebrau chsgegenstände, vorwiegend vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig nutzen Binsfelder Hobbykünstler die Möglichkeit, ihre Bilder zu präsentieren.

Binsfeld. Wie wurde die Wäsche glatt, als es noch keine elektrischen Bügeleisen gab? Wie backte die Hausfrau vor 100 Jahren Brot? Woher kommt der Ausdruck "die Spreu vom Weizen trennen"?
Alltagsleben in der Eifel


Diese und andere Fragen über das Eifeler Leben in längst vergangenen Tagen erzählt die Ausstellung im Binsfelder Dorfmuseum. Sie soll einen Eindruck vom Alltagsleben der Menschen in der Eifel geben. "Wir wollen die Geschichte des Ortes in Erinnerung halten", nennt Walter Valerius, Vorsitzender des Vereins, das Ziel.
In der Scheune des Trierer Langhauses von 1906 zeigt der Verein Schreiner- und Wagnerwerkzeuge und Valerius erklärt, wie die Feldarbeiter mit der Sichel umgingen. Er weiß auch noch aus eigener Erfahrung, wie in der Tenne gedroschen und mit Sieben die Spreu vom Weizen getrennt wurde. Valerius deutet auf eine runde Holzwanne. "Das nannte man Äschtel", erzählt er und erklärt die Funktion als Messgefäß für eine bestimmte Menge Getreide.
In der ehemaligen Küche des Wohnhauses demonstriert Walter Valerius, wie die Hausfrau mittels eines eisernen Rösters, der aufs Feuer gestellt wurde, aus Gerste Kaffeepulver für den "Muckefuck" machte. An der Wand gegenüber steht ein ganz besonderer Esstisch: Valerius klappt die Tischplatte nach oben und darunter erscheint eine tiefe Mulde, die "Mol". Hierin knetete die Hausfrau den Sauerteig fürs Brot. Der Teig kam dann in Gärkörbe und wurde zu guter Letzt mit dem "Brotscheß" in den Ofen geschoben. Außer einigen weiteren Gerätschaften aus Urgroßmutters Küche zeigt die Ausstellung das ehemalige Turmuhrwerk der Pfarrkirche und vermittelt einen Eindruck von der Frömmigkeit früherer Generationen.
Alle Ausstellungsstücke haben die Binsfelder aus ihren Häusern zusammengetragen. "Vorige Woche haben wir noch auf einem Speicher ein paar Knobelbecher gefunden", sagt Valerius. Die Soldatenstiefel aus dem Zweiten Weltkrieg stehen nun beim Schusterwerkzeug. sys
Der Heimat- und Kulturverein öffnet am Samstag, 28. April, ab 14 Uhr die Tür zum Heimatmuseum (Wittlicher Straße). Weitere Besuchszeiten nach Vereinbarung mit Walter Valerius, Telefon 06575/4896.