Austreten zum Pauschalpreis

Bernkastel-Kues · Toilettenfrau Maria Salem aus Bernkastel-Kues geht mit der Zeit: Festbesucher können wählen, ob sie 50 Cent für jeden Toilettenbesuch oder einen Pauschalpreis zahlen, um den ganzen Tag von der sauberen Toilette zu profitieren.

Maria Salem zeigt auf ihr Preisschild, auf dem sie ihre Flatrate erklärt. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Bernkastel-Kues. Der Begriff Flat rate ist in den vergangenen Jahren in Verbindung mit Handy-Telefonie und Surfen im Internet populär geworden. Das bedeutet: Die Nutzer zahlen einen Pauschalpreis und können dann innerhalb eines Zeitraumes das Angebot wahrnehmen so oft sie wollen.
Doch Besucher der Morbacher Kirmes oder der Zeltinger Weinkirmes kennen inzwischen eine besonders originelle Art der Flat rate. Denn die aus Bernkastel-Kues stammende Toilettenfrau Maria Salem wirbt mit einer "Pippi-Flat" für zwei Euro. Pippi-Flat heißt, dass Festbesucher nicht bei jedem Gang auf das stille Örtchen 50 Cent aus der Geldbörse rauskramen müssen, sondern pauschal zwei Euro zahlen. Dann erhalten diese jeweils einen Stempel und können an diesem Tag die Toilette so oft aufsuchen, wie das dringende Bedürfnis es verlangt. Die 59-Jährige ist entweder alleine oder mit zwei Freundinnen überall dort im Einsatz, wo sich Festbesucher saubere Toiletten wünschen. Wenn Salem und ihre Freundinnen bei Festen mehrere Toiletten betreuen, gilt das Angebot überall. Festbesucher können dann jede der Toiletten aufsuchen, die von den dreien betreut werden.
Das Angebot komme gut an, sagt Salem. "Wenn Leute um acht kommen und bis nachts bleiben, nutzen die meisten die Flat", sagt sie. Jeder zweite Toilettenbenutzer entscheidet sich inzwischen für die Flatrate, die sie seit zwei Jahren anbietet. "Das hat sich rumgesprochen, auch bei den Älteren."
Salem selber genießt das Rumtingeln zu verschiedenen Orten. Ihre Arbeit, die sicher nicht jedermanns Geschmack ist, macht ihr nichts aus: "Ich bin vom Bauernhof, da bin ich einiges gewöhnt." cst