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Ausweisung eines Sanierungsgebietes in Morbach rückt näher - Hausbesitzern winkt 2016 Fördergeld

Ausweisung eines Sanierungsgebietes in Morbach rückt näher - Hausbesitzern winkt 2016 Fördergeld

Hausbesitzer rund um den Morbacher Ortskern können sich freuen: Bei Renovierungen innerhalb des künftigen Sanierungsgebiets profitieren sie ab Mitte kommenden Jahres von Förderungen. Bei einer Auftaktveranstaltung Anfang Dezember sollen Vorschläge aus dem Ort in ein Konzept zur strukturellen Weiterentwicklung einfließen.

Morbach. Die Ausweisung eines Sanierungsgebietes in Morbach rückt näher. Läuft alles wie geplant, könnten Investoren möglicherweise bereits Mitte des kommenden Jahres für ihre Bauvorhaben Förderungen beantragen, sagt Reinhard Bachtler vom Stadt- und Landschaftsplanungsbüro BBP in der Sitzung des Gemeinderats. Das Unternehmen aus Kaiserslautern ist von der Gemeinde beauftragt, ein Konzept zur Entwicklung der Straßenzüge rund um den Morbacher Ortskern voranzutreiben. Ende Oktober werden Mitarbeiter von BBP eine Bestandsaufnahme der Immobilien in dem geplanten Sanierungsgebiet erstellen.Randbereiche sind Sorgenkinder


Es umfasst die Straßenzüge zwischen Finkenweg, Bernkasteler Straße und beidseits des Gerberwegs, zwischen Bernkasteler Straße/Hebegasse und Am Weißenstein sowie das Gebiet zwischen Hebegasse, Schulstraße, Hochwaldstraße und beidseits der Birkenfelder Straße. "Der Ortskern ist schön entwickelt, aber die Randbereiche ..." sagt Bachtler.
Als Negativbeispiel zeigt er Haus- und Straßenansichten aus der Hebegasse, der Breitwiese und dem Gerberweg. Ziel sei es, nicht nur einzelne Häuser zu sanieren und neu zu gestalten, sondern auch strukturelle Veränderungen herbeizuführen. Bereits Anfang Dezember sollen die Morbacher zu einer Auftaktveranstaltung eingeladen werden, in der sie ihre Ideen zu einer möglichen Weiterentwicklung einbringen können.
Dabei wollen die Planer noch kein Konzept vorstellen. Das wäre kontraproduktiv, sagt Bachtler. "Wir gehen nicht mit einer vorgefertigten Meinung hin, man muss offen sein für die Vorschläge der Bürger", sagt er. Zudem sei die Sicht von außen, also des Planungsbüros, wichtig für die Gemeinde. An diesem Abend soll ferner über den Sachstand und das Programm informiert werden.
Auch die Bildung von Arbeitsgruppen zu diversen Themen steht dann an. Diese können im ersten Halbjahr 2016 zu verschiedenen Problemfeldern Lösungsvorschläge erarbeiten.
Bei einer Abschlussveranstaltung soll dann das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept vorgestellt werden. Dieses muss dann vom Land anerkannt werden.
Wie die Förderung aussehen kann, ist noch nicht festgelegt, sagt Bachtler. Möglich ist zum einen Geld aus dem Fördertopf Stadtumbau. Dort zahlt das Land zwei Drittel ein, ein weiteres Drittel die Gemeinde.
Zudem können die privaten Immobilienbesitzer im Sanierungsgebiet von besseren steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten profitieren.
Dazu schlägt das Büro vereinfachte Verfahren vor, bei dem zum Abschluss der Sanierung keine Ausgleichsbeiträge für die Anlieger fällig werden. Jürgen Jakobs von der CDU gibt zu bedenken, dass die Problemstellen nicht in Gemeindehand seien. Er schlägt deshalb Zwischenkäufe durch die Gemeinde vor. "Damit Investoren was machen können", sagt er.
Aus den Reihen der Freien Wähler kommt die Anregung, Sanierungsgebiete auch für andere Ortsbezirke auszuweisen. "Es ist richtig, dass der Zentralort Vorrang hat, aber auch die Dörfer haben Not", sagt Beigeordneter Achim Zender.