1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Auszeichnung für die Wirtschaftswunder-Generation

Auszeichnung für die Wirtschaftswunder-Generation

Für 50 Jahre Arbeit Im Handwerk sind 38 Meister ausgezeichnet worden. Während die Altmeister für ihr Lebenswerk geehrt wurden, erhielten die anwesenden Jungmeister interessante Impulse für ihre Rolle als Arbeitgeber.

Daun/Bernkastel-Wittlich. Der Rahmen war festlich, der Anlass ehrenvoll: Im Forum in Daun haben 38 Handwerksmeister den Goldenen Meisterbrief aus den Händen von Handwerkskammerpräsident Rudi Müller und Vorsitzendem Kreishandwerksmeister Raimund Licht entgegengenommen. Sie würdigten die Jubilare, die als Wirtschaftswunder-Generation den Aufschwung mit geprägt und mit erarbeitet haben. Das Siegel "Made in Germany" kam damals zu weltweit angesehenem Ruf und genieße ihn heute noch."Mit Ihrem Meisterbrief haben Sie nicht nur den Grundstück für den heutigen Wohlstand gelegt, Sie haben auch mit der Bereitschaft, Lehrlinge auszubilden, für den Nachwuchs gesorgt", sagte Licht. Dabei regelte die Herkunft in der damaligen Zeit meist die berufliche Ausrichtung. "Ich bin sicher, dass Eltern voller Stolz waren, wenn Sohn oder Tochter eine solide Handwerkslehre machten. Schule und Studium galten als teure Zeitvergeudungen. Im Zeitalter des Wirtschaftswunders war das Handwerk gesellschaftlich hoch angesehen", so der Kreishandwerksmeister und schlug einen Bogen zur heutigen Zeit, in der der demografische Wandel, ein Akademisierungswahn und die angestrebte Harmonisierung der Qualifikationsstandards in Europa dem Handwerk zu schaffen machen. "Europa wird nicht wettbewerbsfähiger, wenn Deutschland seine erfolgreichen Standards aufgibt", so Licht. Zum Handeln anregen

Er forderte die Politiker auf, sich einzusetzen: Schulunterricht müsse wieder praxisbezogener und die Ausbildungsreife deutlich verbessert werden. Die berufliche Orientierung solle früher ansetzen und umfassender sein. Im Bewusstsein der Eltern und Schüler müsse ankommen, dass nicht nur Hörsäle Lernorte seien, sondern auch Betriebe und Berufsschulen. Auf die Qualifizierung von Arbeitslosen, An- und Ungelernten vor allem für handwerkliche Berufe müsse noch mehr Gewicht gelegt werden. Licht wies auf die aktuelle Standpunktbroschüre der Handwerkskammer - "Ist das Handwerk noch zu retten?" - hin, die in Politik, Handwerk, Schulen und nicht zuletzt in den Elternhäusern selbst zum Handeln und Umdenken anregen soll.Mit dem Appell des Lehrlings Hans Sachs in Richard Wagners Meistersingern aus dem 19. Jahrhundert "Verachtet mir die Meister nicht und ehrt mir ihre Kunst! Was ihnen hoch zum Lobe spricht, fiel reichlich Euch zur Gunst!" unterstrich Licht die Bedeutung der handwerklichen Ausbildung und des angesehenen Meisterbriefes.Während die Altmeister für ihr Lebenswerk geehrt und ausgezeichnet wurden, erhielten die Jungmeister interessante Impulse für ihre Rolle als interessante Arbeitgeber. Landrat Joachim Streit (Eifelkreis Bitburg-Prüm) gratulierte den Meisterjubilaren, bevor er die neue "Arbeitgebermarke Eifel" gemeinsam mit Geschäftsführer Markus Pfeifer von der Regionalmarke Eifel vorstellte. Streit wies nochmals auf die Bedeutung dieser Marke hin: "Wenn Sie in der Fläche bestehen wollen und qualifizierte Fachkräfte auf Ihr Unternehmen aufmerksam machen wollen, werden Sie gezwungen sein, sich als Arbeitgeber zu profilieren." Mit der Zertifizierung als Arbeitgeber unter dem Dach des Eifel-Logo könne man sich profilieren und gleichzeitig profitieren. redFolgende Meisterjubilare konnten den Goldenen Meisterbrief persönlich entgegennehmen:Bäcker-Handwerk: Walter Huwer (Hetzerath), Rudolf Kunsmann (Zeltingen-Rachtig), Willi Schmitz (Bitburg); Müller-Handwerk: Günter Simon (Kesten); Elektro-Installateur-Handwerk: Heinz Blonigen (Daun), Manfred Haas (Daun), Heinz Hoffmann (Bernkastel-Kues), Josef Klasen (Lasel), Helmut Moßal (Irrel), Walter Plein (Bollendorf); Fleischer-Handwerk: Helmut Friedrich (Bernkastel-Kues), Manfred Kettel (Wittlich), Adolf Schmitz (Gerolstein); Gas- und Wasserinstallateur-Handwerk: Franz Jos. Simonis (Daun), Walter Simonis (Daun); Kfz.-Mechaniker-Handwerk: Josef Peters (Stadtkyll); Landmaschinenmechaniker-Handwerk: Erich Joh. Schmidt (Piesport), Manfred Stolz (Wittlich); Maler-Handwerk: Hans Bastuck (Schönecken), Hans Pitzen (Hillesheim), Edwin Ruf (Longkamp); Schlosser-Handwerk: Klaus Marxen (Kyllburg); Schmiede-Handwerk: Joh. Aug. Arull (Steffeln), Rainer Bohlen (Speicher), Alfred Heinz (Beilingen), Johann Hoffmann (Gindorf); Schreiner-Handwerk: Johann Fischer (Oberkail), Wilhelm Friedrich (Dreis), Peter Hoffmann (Brecht), Helmut Karen (Messerich), Edmund Schneiders (Immerath), Hans Weber (Longkamp), Erich Zimmer (Graach); Schuhmacher-Handwerk: Hans-Josef Schommer (Longkamp); Böttcher-Handwerk: Johann Wagner (Rivenich); Weinküfer-Handwerk: Paul Hauth (Bernkastel-Kues); Zimmerer-Handwerk: Rudolf Anton (Morbach), Manfred Floss (Schönecken).