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Auszeichnung für Weltrekorde für Autor Stefan Gemmel aus Morbach

Bücher lesen : Auszeichnung für Weltrekorde geht an Kinderbuchautor Stefan Gemmel aus Morbach

Der Morbacher Kinderbuchautor Stefan Gemmel und der Leserattenservice aus Kobern-Gondorf sind für ihr Engagement ausgezeichnet worden, Jungen und Mädchen neue Zugänge zu Büchern zu eröffnen.

Hohe Auszeichnung für den aus Morbach stammenden Kinderbuchautor Stefan Gemmel und das Team von Eva Pfitzner Leserattenservice: Eine 40-köpfige Jury hat sie beim Europäischen Kultur-Marken-Award in der Kategorie „Europäisches Bildungsprogramm des Jahres“ auf den ersten Platz gewählt. Anlass sind die insgesamt vier Weltrekorde, die der Leserattenservice gemeinsam mit Stefan Gemmel aufgestellt und so rund 30 000 Kinder und Jugendliche erreicht hat.

2012 hat Gemmel bei zwei Lesungen an einem Tag in Koblenz 10 500 Jungen und Mädchen angelockt. Bei der schnellsten Lesereise der Welt las Gemmel 2015 in 13 Tagen und zehn Stunden insgesamt 82-mal. 2018 las der Morbacher Kinderbuchautor wiederum vor mehr als 5000 Kindern in der Frankfurter Commerzbankarena. Im Sommer dieses Jahres stellte Gemmel in seinem Heimatort Morbach seinen vierten Weltrekord auf, als 380 Kinder auf Bobby-Cars, Dreirädern und anderen Kinderfahrzeugen zu einer Drive-In-Lesung anrollten.

„Das gibt uns Rückenwind ohne Ende“, freut sich Gemmel über die Auszeichnung. „Wir machen das, um die Kinder zum Lesen zu bringen oder am Lesen zu halten“, sagt er. „Aber dass der Bildungsgedanke dahinter dermaßen wahrgenommen wird stärkt uns den Rücken“, sagt Gemmel.

„Das ist für uns cool, dass das Lesen und Bildungsprojekte Spaß machen dürfen“, sagt Eva Pfitzner. Lesungen dürften heute auch einen Erlebnischarakter haben und gruppendynamisch sein.

Der Wermutstropfen der Auszeichnung: Die offizielle Feier zur Preisübergabe in Dresden ist aufgrund der hohen Corona-Inzidenz in Sachsen abgesagt worden. Stattdessen überreichen Vertreter der Jury die Siegerskulpturen bei kleineren Veranstaltungen direkt an die Preisträger in insgesamt acht Kategorien. Was einen Nachteil für Gemmel und den Leserattenservice bedeutet, denn die übliche Vernetzung bei solchen Events, bei denen man auch Verbindung zu kulturinteressierten Sponsoren knüpfen kann, fällt damit aus. „Das ist der eigentliche Sinn des Preises“, sagt Gemmel. Neue Ideen sind da, die man bei der Preisverleihung mit Sponsoren hätte besprechen können. „Da hätten wir mit neuen Impulsen arbeiten können“, sagt er.

Alleine für die Veranstaltung in Morbach hätten sowohl Pfitzner als auch der Kinderbuchautor jeweils einen vierstelligen Betrag zugeschossen, sagt Gemmel.

Die Events, auf denen Weltrekorde angepeilt und aufgestellt werden, sei keine Spielerei oder ein reines Happening“, sagt Gemmel. „Das hat Hand und Fuß“, sagt er. Es gehe bei den Weltrekorden um die Kinder, nicht um den Stefan Gemmel auf der Bühne. Denn man könne bei den Kindern, die die Veranstaltung besuchten, Nachhaltigkeit im Leseverhalten nachweisen, hat eine Nachkontrolle beim ersten Weltrekord in Koblenz gezeigt. „Dass bei der Auszeichnung der Bildungsgedanke gesehen wird, das ist eine Bestätigung für unsere Aktionen.“

Gerade während der Corona-Zeit hätten Kinder die Fähigkeit eingebüßt, sich auf eine Sache konzentrieren zu können, beobachtet der Autor, der oft in Schulen vor Kindern liest.

„Das Fernsehen läuft oft bei den Hausaufgaben“, sagt er. Doch mit diesen Events könne man den Kindern wieder mit Spaß ans Lesen bringen, ihnen die Welt der Bücher eröffnen und ihnen zeigen, dass es mehr Dimensionen gibt. „Die Kinder zeigen Empathie, weil sie mit ihren Helden mitfühlen“, sagt er. Dazu würde die Phantasie angeregt. „Im Kopf entstehen Bilder“, sagt er. Das sei superwichtig. „Deshalb machen wir das.“