1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Autohändler Mosel Classics will Traben-Trarbacher Innenstadt beleben (Fotostrecke)

Autohändler Mosel Classics will Traben-Trarbacher Innenstadt beleben (Fotostrecke)

In Traben-Trarbach gibt es viele Leerstände. Aber seit September ist es einer weniger: Ein findiger Autohändler aus Enkirch hat das alte Kraftwerk gemietet – und macht einen Kulturraum rund um das Thema Auto daraus. Dafür hat er eine halbe Million Euro investiert.

"Bei einem Kochkurs habe ich vor Jahren mal den Inhaber von ,Meilenwerk' kennengelernt und dachte mir, so etwas müsste man auch in der Region machen", erzählt Christian Coutelle, Geschäftsführer der AHG-Mosel GmbH. Coutelle ist Oldtimerfan. Die Meilenwerke, denn inzwischen gibt es mehrere in Deutschland, sind Show- und Eventräume, Museen, Dienstleister, sogar Hotels - rund um das Thema Oldtimer in historischen Gebäuden.

Schließlich fand der Mercedes-Händler eine passende Immobilie in der Stadt Traben-Trarbach: das alte Kraftwerk in der Bahnstraße 36.

Er mietete sich ein und ließ es für eine halbe Million renovieren, um einen Raum zur Präsentation von Oldtimern und für Veranstaltungen zu schaffen. Im September diesen Jahres konnte er es dann als Mosel Classics eröffnen. Alexander Müller leitet die Niederlassung und erklärt: "Natürlich verkaufen wir hier auch Oldtimer - vom Käfer bis zum Heckflossenmercedes. Aber wir vermieten sie auch, organisieren Touren und wollen auch eine Begegnungsstätte für Traben-Trarbach daraus entwickeln."

Denn neben ständig wechselnden Ausstellungen regionaler Künstler wird Mosel Classics auch erstmals Spielort des Mosel Musikfestivals werden.

Wer auftreten wird, soll erst im Dezember bekannt gegeben werden, wenn Kulturmanager Hermann Lewen den Spielplan des Festivals vorstellen wird. Aber Mosel Classics wird auch das Festival unterstützen: Im nächsten Jahr werden nämlich die Stars des Musikfestivals mit Oldtimern aus dem Bestand der Firma chauffiert. Das ehemalige Kraftwerk ist zudem ein Denkmal der Industriearchitektur.

"Hier sorgten von 1890 bis 1918 vier dampfbetriebene Generatoren für Strom, die mit Braunkohle befeuert wurden. Es ist, nach Berlin, das zweite deutsche Elektrizitätswerk," erzählt Müller. Mit der Energie wurden 1100 Lampen betrieben - und viele Weinkeller beleuchtet.

Nun erwartet das Mosel-Classic-Team die nächste Saison. "Die Mosel ist ein wichtiger Ort für die Oldtimerszene geworden. Es gibt hier viele Treffen. Wir wollen auch im nächsten Jahr mit Hotels zusammenarbeiten und Ausflüge für Touristen anbieten", sagt Coutelle. Für Stadtbürgermeister Patrice Langer ist das ein Gewinn: "Ich bin froh, dass ein geschichtsträchtiges Gebäude wieder belebt wird. Damit hat das ganze Gelände etwas gewonnen und es bringt auch etwas für den Tourismus."Extra

Das Kraftwerk wurde 1889 vom Trierer Architekten Eberhard Lamberty erbaut. Von 1890 bis 1918 wurde es als Braunkohlekraftwerk betrieben und lieferte 110-Volt-Strom für die Beleuchtung Traben-Trarbachs. 1898 wurde die Anlage erweitert und ein Verwaltungsgebäude angebaut. 1918 wurde der Betrieb eingestellt und die Stadt an das Hochspannungsnetz der Überlandversorgung angeschlossen. Später wurde es als Turnhalle genutzt.