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Azubis der VR-Bank Hunsrück-Mosel arbeiten an ihrem sozialen Tag in der Wohngruppe Dörrwiese in Merscheid.

Soziales : Im Garten harken statt am Schalter bedienen

Azubis der VR-Bank Hunsrück-Mosel arbeiten an ihrem sozialen Tag in der Wohngruppe Dörrwiese in Merscheid.

Im Berufsleben erkennt man Lukas Peters, Michael Morguet und Marius Schneider an ihren schicken Anzügen. Michelle Elß, Lisa Zierold und Mira Kotte tragen ebenfalls eher Kleid oder Blazer als Arbeitsschuhe – denn alle sechs sind angehende Bankkaufleute der VR-Bank Hunsrück-Mosel. Aber an einem Tag pro Jahr tauschen sie das Bank-Outfit gegen Arbeitskleidung. Der soziale Tag hat bei der Bank schon eine gewisse Tradition. Mal unterstützten die Azubis Forstarbeiter, dann haben sie einen Tag im Tierheim geschuftet. Nun halfen sie für einen Tag in der Wohngemeinschaft Dörrwiese in Morbach-Merscheid.

Idyllisch im Wald und an der Dhron gelegen, betreut der Verein STP dort Menschen mit Beeinträchtigungen. STP steht für sozial-therapeutische Projekte. Uwe Andretta ist seit mehr als 20 Jahren für den STP tätig, ist zudem Vorstandsmitglied im Trägerverein. Er erklärt den sechs Bank-Azubis die Einrichtung, in der Erwachsene mit geistigen und psychischen Beeinträchtigungen (teilweise auch ambulant) betreut werden – und verteilt auch gleich die Arbeiten. Eine Gruppe harkt den biologisch angelegten Nutzgarten durch, andere Banker helfen beim Kochen, eine dritte lädt Grünschnitt auf – und alles immer im Kontakt mit den Bewohnern.

„Es ist uns als Bank sehr wichtig, dass wir soziale Angelegenheiten nicht aus dem Blick verlieren und uns auch so engagieren. Diesen Fokus zeigen wir mit dem sozialen Tag schon unseren Auszubildenden. Zudem wollen wir der Region, in der wir unsere Geschäfte machen, auch durch solche Aktionen etwas zurück geben“, sagt Vertriebsleiterin Karin Martini-Leis, die  die Azubis mit Marketingmitarbeiterin Kathrin Bäumler an ihrem sozialen Tag begleitet.

„Für uns ist nicht nur der soziale Aspekt wichtig, sondern wir lernen durch solche Aktionen auch andere Berufe kennen“, sagt Lukas Peters: „Unsere erste Idee war, im Altenheim zu helfen, aber dann kamen wir in Kontakt mit den Leuten von der Dörrwiese – und haben uns entschlossen, sie zu unterstützen. Ich finde es gut, dass wir uns so engagieren.“

Auch die Gemeinschaft unter den Azubis werde durch solche Aktionen fernab des Jobs gestärkt, findet Marius Schneider: „Wir wollen gemeinsam etwas auf die Beine stellen und anderen helfen.“ Michelle Elß findet, dass alle davon profitieren – die Bewohner der Dörrwiese genauso wie die Azubis, und: „Wir machen so auch noch Werbung für unsere Bank und machen die Einrichtung bekannter. Und die Erfahrung zu machen, wie das Leben außerhalb der Bank ist, ist auch eine wichtige Erfahrung.“

Nachdem alle Gruppen ihre Arbeiten beendet hatten, stand das gemeinsame Mittagessen mit Betreuern, Betreuten und Banker an – inklusive der Möglichkeit, dass sich alle Gruppen einmal kennenlernen und sich austauschen konnten.  Auch den Nachmittag verbrachten alle zusammen – und die Bankazubis waren am Ende um viele Erfahrungen reicher. Die Bewohner freuten sich über einen großen Präsentkorb und einen Gutschein für ein gemeinsames Eisessen in Morbach. „Das war eine tolle Idee der Bank, die jungen Leute für das Leben außerhalb ihres Berufs zu sensibilisieren und mal bei uns vorbeizuschauen“, lobte auch Andretta.