B 50 neu bringt Umwege für langsamen Verkehr

Verkehr : B 50 neu bringt Umwege für langsamen Verkehr

Landwirte sollen mit ihren Traktoren künftig Wirtschaftswege neben der B 50 neu nutzen.

Der langsam fahrende Verkehr braucht auch nach der Fertigstellung der B 50 neu zumutbare Wege: Das fordert Willi Feilen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft regionale Verkehrsentwicklung Hunsrück. Der Landwirt setzt sich im Zusammenhang mit Bau und Planung der B 50 neu immer wieder für die Belange von Landwirten, Mofafahrern und anderen Kraftfahrern ein, die den derzeit in Planung befindlichen Abschnitt der vierspurigen B 50 neu zwischen Longkamp und Büchenbeuren nicht benutzen dürfen oder auch wollen.

Feilen nennt als Beispiel ältere Menschen, die lediglich von einem Dorf zum anderen und deshalb nicht auf eine autobahnähnliche Straße möchten, beispielsweise, wenn sie künftig die sieben Kilometer von Hinzerath nach Hochscheid fahren wollen.

„Ich weiß aus dem Internet, dass der Abschnitt der Hunsrückhöhenstraße zwischen dem Kreisverkehr beim Archäologiepark Belginum und Hochscheid zu einem Wirtschaftsweg zurückgebaut wird“, sagt er. „Für den langsam fahrenden Verkehr ist dies nicht ausreichend.“

Mopedfahrer beispielsweise müssten dann statt der sieben Kilometer eine zwölf Kilometer lange Strecke über Kleinich und Wederath fahren. Und er fragt: „Wie fährt der langsame Verkehr künftig von Hinzerath nach Monzelfeld?“

Seine Vorstellung: Eine zur B 50 neu parallel führende Straße soll „mindestens bis Büchenbeuren, besser noch bis Rheinböllen“ den langsam fahrenden Verkehr aufnehmen. Ein Wirtschaftsweg ist für Feilen „nicht ausreichend.“

Was sagt der Landesbetrieb Mobilität dazu? Thomas Wagner vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Bad Kreuznach verweist auf eine Stellungnahme vom September 2018. Darin heißt es, dass Fahrzeuge, die bauartbedingt nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren, wie Mofas oder andere Fahrzeuge mit entsprechender Höchstgeschwindigkeit, die B 50 neu nicht nutzen dürfen und stattdessen auf Kreis- oder Landesstraßen ausweichen müssen. Die Umwege und den Zeitverlust bezeichnet Wagner als „akzeptabel.“

Der landwirtschaftliche Verkehr könne die zurückgebaute B 327 alt zwischen „Zolleiche“ und Bahnhof Hirschfeld und einen neu zu bauenden Hauptwirtschaftsweg zwischen der Anschlussstelle Bahnhof Hirschfeld und der K 77 alt nach Lötzbeuren nutzen. Zukünftiger Eigentümer und Baulastträger dieser parallel verlaufenden Wege werden jedoch die Ortsgemeinden sein, sagt er.

Wagners Kollege Hans-Michael Bartnick vom LBM Trier sagt, dass ein paralleles Wirtschaftswegenetz in der Planung zur B 50 neu vorgesehen sei. Er verweist zudem auf das Planfeststellungsverfahren, bei dem sich alle Betroffenen zu gegebener Zeit zu Wort melden könnten. Dies betreffe insbesondere auch die Ausführung.

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