Bach illegal trockengelegt: Fische verenden

Umwelt : Bach im Landkreis Bernkastel-Wittlich illegal trockengelegt: Hunderte Fische verenden

Während zweier Nächte führte der Frohnbach bei Burgen kein Wasser. Die Kripo Wittlich ermittelt.

Der Frohnbach, der am Ranzenkopf unweit von Gornhausen entspringt und in Mülheim in die Mosel mündet, wurde in der vergangenen Woche zweimal illegal trockengelegt. Dabei verendeten zahlreiche Fische – Bachforellen, Bachneunaugen und Groppen. Offenbar wurden zwischen Hirzley und Burgen illegal große Mengen Wasser entnommen.

Helene Mager aus Burgen hat beobachtet, dass sowohl in der Nacht zu Freitag, 26. Juli, und in der Nacht zum Samstag, 27. Juli, der Bach bei Burgen völlig ausgetrocknet war. Jeweils am darauffolgenden Vormittag habe sich das Bachbett wieder langsam mit Wasser gefüllt. Mager: „Beim ersten Mal haben wir noch angenommen, dass es mit der extremen Trockenheit zusammenhängen könnte. Dagegen spricht aber, dass der Bach zur kühlen Nachtzeit plötzlich ausgetrocknet ist und nicht während der heißen Nachmittagsphase. Und dann trocknete der Bach in der darauffolgenden Nacht erneut aus.“ Der Bach habe zwischen Hirzlei und Burgen bis zu den Fischteichen bei Mülheim jeweils etwa zwölf Stunden von abends 22 Uhr bis morgens zehn Uhr kein Wasser geführt.

Die Kripo geht derweil von einem Umweltdelikt aus und hat die Ermittlungen aufgenommen.

„Die Folge dieser Trockenlegung ist verheerend für den Frohnbach“, sagt Helene Mager. „Hunderte tote Bachforellen, Bachneunaugen und Groppen lagen in den Brackwasserpfützen und dem ausgetrockneten Bachbett, von den Kleinlebewesen ganz zu schweigen.“

Gesetzlich erlaubt ist das Abschöpfen von Bachwasser nur in kleinen Mengen mit Handschöpfgefäßen wie Eimern oder Gießkannen, allerdings nicht bei bei anhaltender Hitze und Trockenheit. Nur in Ausnahmefällen und nur mit Erlaubnis durch die Untere Wasserbehörde, ist es zulässig, aus einem oberirdischen Gewässer durch Abpumpen oder Anstauen Wasser zu entnehmen.

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