Bäcker der Wildbadmühle starten in Wengerohr durch

Wirtschaft : Bäcker der Wildbadmühle packen es in Wittlich an

Eine gläserne Bäckerei und Konditorei, ein Café und Museum: Baubeginn im Industriegebiet Wittlich-Wengerohr.

Nach drei Jahren Planung ist es soweit: Mit einem symbolischen Spatenstich unter Mitwirkung zahlreicher Gäste aus der Politik  ist am Donnerstag ein besonderes Bauprojekt im Industriegebiet Wengerohr begonnen worden: Die Bäckerei und Konditorei Wildbadmühle siedelt von Traben-Trarbach nach Wittlich um (der TV berichtete). Während man die Entscheidung des Handwerksunternehmens in Wittlich feiert, ist man darüber in Traben-Trarbach entsetzt. „Das schmerzt mich allemal“, sagte Stadtbürgermeister Patrice Langer dem TV, als die Pläne zur Umsiedlung des Unternehmens mit 35 Mitarbeitern im Jahr 2018 bekannt wurden. Aber das Unternehmen fand nun mal in Wittlich, was es suchte: „die Nähe zum Hochmoselübergang, der Eifel, Mosel und Hunsrück miteinander verbindet“ sowie ein Baugrundstück ausreichender Größe. Des einen Freud, des anderen Leid – kann man dazu nur sagen. Dabei wollen sich die Bäcker von der Mosel in Wittlich nicht nur vergrößern: Neben einer hochmodernen Backstube, wo die Waren für die zehn Filialen hergestellt werden sollen, wollen die Bäcker am neuen Standort viele weitere Ideen umsetzen. „Damit möchten wir unser Bäckerhandwerk ins moderne Zeitalter führen und analog zur Industrie 4.0 hier in Wittlich-Wengerohr eine Bäckerei 4.0 schaffen“, sagte Geschäftsführer Holger Linden, der das Unternehmen gemeinsam mit Bruder Sascha und Vater Richard leitet.

Bäcker-Café Auf einer Fläche von 400 der rund 3500 Quadratmeter großen Backstube soll ein Café entstehen, in dem die Backwaren der Wildbadmühle angeboten werden. „Damit möchten wir im Industriegebiet einen Ort zum Verweilen schaffen. Außerdem möchten wir einen Mittagstisch anbieten.“ Den knapp 4000 Menschen, die mittlerweile im Industriegebiet arbeiten, kommt das wohl gelegen, denn das gastronomische Angebot hält sich dort bislang in Grenzen.

Gläserne Bäckerei Die Moselaner bauen in Wittlich eine echte Musterbäckerei, die Einblicke in das Bäckerhandwerk erlaubt. Bäcker und Konditoren sollen dort hinter Glas für den Kunden einsehbar ihr Handwerk ausüben.

Bäckereimuseum Da das Bäckerhandwerk eine lange Geschichte und Tradition hat, ist für den neuen Standort Wittlich zudem ein Bäckereimuseum mit historischer Backstube geplant.

Backstube Kernstück der Wildbadmühle soll die moderne Backstube auf mehr als 3000 Quadratmetern Fläche mit hochmodernen Öfen werden, „die man mit Gas, Heizöl, Strom oder Wasserstoff betreiben kann. Über die Abwärmegewinnung der Öfen wollen wir heißes Wasser gewinnen sowie die Heizung befeuern.“

Spatenstich „Wir freuen uns sehr über den Umzug – auch der ganzen Familie – nach Wittlich. Wir hoffen, dass Sie hier den Raum finden, um ihre Zukunftsvisionen umzusetzen“, sagte Bürgermeister Joachim Rodenkirch zum Baubeginn. Landrat Gregor Eibes erklärte, dies sei der Baubeginn eines ganz besonderen Handwerksbetriebes in Wittlich, „da es immer schwieriger wird, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. Dazu zeigen Sie hier, dass die Herstellung von Backwaren, die mehr und mehr industriell gefertigt werden, noch ein echtes Handwerk ist“. Im März 2020, sagte Geschäftsführer Linden, werde die Wildbadmühle in der Straßburgstraße in Wengerohr eröffnen.

Grafik Visualisierung Wildbadmühle Bäckerei. Foto: Ingenieurgemeinschaft igk Krabbe

Neben der Bäckerei Ambrosius im Stadtteil Lüxem geht dann in der Säubrennerstadt mit der Wildbadmühle wieder eine zweite Backstube in Betrieb.

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