Bagger in Aktion

HORATH. Nicht nur am Horather Kindergarten tut sich was. So werden oberhalb des Dorfes die Strom- und Telefonmasten verschwinden, und im Ort erhält die Hochwaldstraße wieder Vorfahrt.

Nach der Entscheidung, auf einen erneuten Antrag auf Investitionsstockmittel zu verzichten, geht es in Horath zügig voran. Die Chancen, dass mit dem Anbau eines Mehrzweckraumes an den Kindergarten noch in diesem Monat begonnen wird, stehen sehr gut. Ein positives Zeichen scheint zudem, dass der dafür erforderliche Aushub die Gemeinde nichts kosten wird. Ein Unternehmen, das im Dorf häufiger zu tun hat, habe angeboten, das kostenlos zu übernehmen, freut sich Ortsbürgermeister Egon Adams. Auch danach wird es für die Gemeinde noch nicht allzu arg ins Geld gehen. Denn Maurer- und Betonarbeiten werden Bürger in Eigenleistung übernehmen. Alle weiteren Gewerke hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung an die günstigsten Bieter vergeben. Zimmermann, Schreiner, Elektriker und Maler sowie Trockenbau, Wärmedämmung und Natursteinarbeiten werden insgesamt rund 61 000 Euro kosten. Bisher noch nicht beauftragt sind die Dachdeckerarbeiten, die neu ausgeschrieben werden. Änderungen stehen auch in Sachen Straßenverkehr an. So sind die Tage der Rechts-vor-links-Regelung in der Hochwaldstraße gezählt. Mit erneuter Einführung der Hochwaldstraßen-Vorfahrt wird eine Tempo-30-Beschränkung für Lastwagen ausgeschildert. Der Schwerverkehr soll mit zwei zusätzlichen Wegweisern zum Drahtwerk gelenkt werden. Auf diese Weise sollen Fahrer davor bewahrt werden, kuriosen Anweisungen von Navigationssystemen blindlings zu vertrauen. Auf mehr Sicherheit zielen auch Überlegungen der Gemeinde mit Blick auf die Bushaltestellen im Unterdorf. Eine davon ist nicht überdacht und verleitet bei Regenwetter Schüler zum unüberlegten Überqueren der Straße. In Rücksprache mit der Kreisverwaltung wird nach einer sicheren Regelung gesucht. "So eine Chance bekommen wir nie mehr"

Vor allem dem Dorfbild zugute kommen die umfangreichen Arbeiten des Stromversorgers RWE. Hauptanliegen ist, die Stromversorgung des Drahtwerks zu verbessern. Daher erhält der Ort drei neue Transformatoren. Der Nebeneffekt für das Dorf ist, dass die rustikalen oberirdischen Leitungen verschwinden werden. Mit den 20 000-Volt-Leitungen werden auch die Telefonleitungsmasten in Richtung Haag verschwinden. Die Gemeinde wird das nur etwa 9000 Euro kosten: "So eine Chance bekommen wir nie mehr", kommentiert Adams. Allerdings hegt die Gemeinde die Hoffnung, dass die Jagdgenossenschaft, die schon den Kindergartenanbau ermöglicht, vielleicht ein weiteres Mal in die Bresche springt. Noch Wunschprojekt ist der neue Spielplatz mitten im Dorf. Eine geeignete Fläche dafür wäre das Gelände hinter dem Pfarrhaus. Die Pfarrgemeinde habe auch Bereitschaft signalisiert, den ehemaligen Pfarrgarten dafür zur Verfügung zu stellen. Eine endgültige Entscheidung hat der Rat aber noch nicht getroffen. Denn im Vorfeld ist laut Adams eine Versammlung geplant, bei der Bürger ihre Meinung und Alternativen vorstellen können.

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