Baggern für den Wellness-Tempel

Auch wenn der erste Spatenstich für das neue Thermalbad wenig Erdboden aufwirbelt: Für Bad Bertrich ist er tief greifend. Denn keine andere Baumaßnahme in dem Kurort ist so zukunftsweisend.

Bad Bertrich. Ein eisiger Wind weht über Bad Bertrich. Ehrengäste und Einheimische schlagen die Mantelkragen hoch, wärmen sich an dem Gedanken an das neue Thermalbad, das entsteht - und zum Spatenstich auch getauft wird: Vulkaneifeltherme wird der Wellnesstempel heißen.Der Aufsichtsrat der Staatsbad GmbH hat sich auf diesen Namen geeinigt, und Finanzminister Ingolf Deubel findet's gut, kommt damit doch der regionale Charakter dieses 14-Millionen-Euro- Projektes zum Ausdruck. "Ja, teuer isses", gibt er denn auch unumwunden zu. Ging man einst noch von 11 Millionen Euro aus, musste der Preis wegen ständig steigender Stahlpreise nach oben korrigiert werden. 13 Millionen Euro gehen auf das Land, eine Million trägt die Kommune. Eine große Investition also. Doch dass man ihm als Finanzminister persönlich dafür dankt, weist Deubel in aller Bescheidenheit zurück. "Der Dank gilt dem Landtag", und für den ist stellvertretend die Abgeordnete Heike Raab (SPD) da.Nur die alten Römer könnten das Projekt noch stoppen

Ministerialdirigent Herbert Laubach, Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsbad GmbH, erinnert an "harte Diskussionen", die es vor drei Jahren zu Strukturfragen zwischen Kommune und Finanzministerium gab. "Doch inzwischen haben wir uns zusammengerauft", freut sich Laubach.Wenn jetzt noch jemand das Projekt beeinträchtigen kann, dann sind es die Römer, und zwar die alten Römer. "Auch sie fühlten sich früher in Bad Bertrich schon sehr wohl", weiß Finanzminister Deubel. Möglicherweise haben sie wertvolle Spuren hinterlassen. "Wenn die Bagger kommen, kann man nicht ausschließen, dass sie auf die entsprechende Historie stoßen." Aus dem Grund ist das Landesamt für Denkmalschutz bereits eingeschaltet, um schnell reagieren zu können und die Bauarbeiten nicht länger als notwendig zu stoppen. Schließlich wollen sich alle in zwei Jahren wiedersehen, um die Vulkaneifeltherme offiziell einzuweihen. Da will auch Landrat Manfred Schnur wieder dabei sein und versichert, dass "der Kreis dieser Maßnahme sehr verbunden ist" - und rechtzeitig zum Spatenstich am Donnerstag die Baugenehmigung erteilt hat.Hans-Werner Ehrlich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ulmen, der auch im Namen von Bad Bertrichs Ortsbürgermeister Günter Eichberg dankt, macht noch einmal klar, wie wichtig es für den kleinen Kurort ist, dass das alte Bad neben der Baustelle weiter betrieben wird. "So schaffen wir einen nahtlosen Übergang." Und nicht nur das: Mit der Vulkaneifeltherme wird sich Bad Bertrich besser als bisher auf dem Gesundheitsmarkt behaupten können.

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