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Bahn-Mitarbeiter Kujtim Haziri leistet erste Hilfe im Bahnhof Wittlich - Ehrung für seinen Einsatz

Noteinsatz : Lebensretter ausgezeichnet: Bahn-Mitarbeiter Kujtim Haziri reanimiert im Wittlicher Hauptbahnhof eine Zugreisende

Als eine Bahnreisende im Wittlicher Bahnhof zusammenbricht, zögert Kujtim Haziri keine Sekunde und leistet Erste Hilfe. Dafür ist der Zugbegleiter nun in einem Wettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden.

Es ist ein Moment, in dem wohl mancher nicht gewusst hätte, was getan werden muss: Eine junge Frau ist im Wittlicher Bahnhof in der Unterführung vor dem Aufzug plötzlich zusammengebrochen, Hilfeschreie ertönen. Aber Kujtim „Tim“ Haziri reagiert geistesgegenwärtig und hilft. Dafür ist bei einem Bahn-Wettbewerb, der Beschäftigte für ihr kundenfreundliches Handeln auszeichnet, mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden.

Denn der Mitarbeiter der DB Regio steht an einem Novembertag 2021 auf dem Bahnsteig in Wittlich-Wengerohr, als er die Hilferufe hört. Haziri rennt zum Aufzug, ruft den Notarzt und startet zusammen mit dem Ehemann der US-Amerikanerin, die in Wittlich wohnt, die Reanimation. „Die Frau war bewusstlos und hat nicht mehr geatmet“, erzählt Haziri laut Mitteilung der Bahn. Er übernimmt die Herzdruckmassage, der Ehemann die Mund-zu-Mund-Beatmung. Der alarmierte Notarzt habe die junge Mutter schließlich ins Leben zurückgeholt. Es sei ein unbeschreibliches Gefühl gewesen, sagt Haziri. „Ich habe gedacht, wir haben sie nicht verloren, das Leben geht weiter.“

„Mehr Einsatz für die Fahrgäste geht nicht mehr“, lobt Dirk Flege, Geschäftsführer des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses Allianz pro Schiene, das den Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ bereits zum zwölften Mal ausgeschrieben hatte.

Zugbegleiter reanimiert Frau im Wittlicher Hauptbahnhof
Bahn-Mitarbeiter Kujtim Haziri leistet erste Hilfe im Bahnhof Wittlich - Ehrung für seinen Einsatz
Foto: Allianz pro Schiene/Thomas Frey

Haziri ist zusammen mit weiteren Geehrten am Mittwochabend in Berlin geehrt worden. Der aus dem Kosovo gebürtige Bahn-Mitarbeiter ist nach Angaben der Bahn meistens auf der Strecke Wasserbillig-Wittlich unterwegs. Er sei schon als kleines Kind sehr gerne mit seinen Eltern in der Bahn schöne Strecken gefahren. „Oft sind wir nach Griechenland gereist, das waren lange Fahrten. Als ich aus dem Kosovo nach Deutschland kam, habe ich zuerst als Weinverkäufer am Kaiserstuhl gearbeitet.“ Dann habe er sich bei der Bahn beworben - und wurde genommen, „obwohl ich schon den Bewerbungsschluss versäumt hatte“.