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Bahnstrecke von Hinzerath bis Thalfang: Pachtvertrag für Inbetriebnahme

Tourismus : Weichen für Ausflugsverkehr sind gestellt

Für die Bahnstrecke von Hinzerath bis Thalfang liegt dem Verein, der sich für die Inbetriebnahme des Abschnitts einsetzt, der Entwurf eines Pachtvertrages vor. Geht alles glatt, könnten Touristenzüge 2023 starten.

Der Verein IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald ist seinem Ziel, die Bahnstrecke auf dem Hunsrück zu erhalten, ein gutes Stück näher gekommen. Denn die deutsche Bahn (DB) hat den Verantwortlichen jetzt einen Entwurf für einen Pachtvertrag zugeschickt. Dieser umfasst den rund 22 Kilometer langen Streckenabschnitt von Hinzerath bis Thalfang, nach Meinung vieler Eisenbahner der schönste Abschnitt der Hunsrückquerbahn, die von Langenlonsheim bis Hermeskeil führt. „Damit bleibt dieser Streckenabschnitt grundsätzlich erhalten“, sagt Felix Jacob, Vorsitzender des Vereins. Sechs Jahre haben die Vereinsvertreter dafür gekämpft, mit vielen Terminen bei der DB, in Rathäusern und Landratsämtern. „Man braucht einen langen Atem“, sagt der zweite Vorsitzende Patrick Pandel.

Jacob und Pandel rechnen damit, dass der Vertrag im Sommer oder im Herbst unterschrieben werden kann. Bis dahin seien noch zahlreiche Einzelfragen in dem mehrere hundert Seiten starken Vertragswerk zu klären, in dem beispielsweise die 550 000 Quadratmeter großen Grundstücksflächen entlang der Bahnlinie detailliert aufgeführt sind. „Der Vertrag geht bis dahin noch ein paar Mal hin und her“, sagt Jacob.

„Offizieller Partner der DB ist die Rhein-Sieg GmbH, die in Deutschland mehrere touristische Strecken betreibt, wie beispielsweise die Ilztalbahn im Bayerischen Wald bei Passau“, sagt Jacob. Mit der Rhein-Sieg GmbH und dem Verein IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald besteht wiederum ein Kooperationsvertrag, so dass die Vereinsmitglieder die notwendigen Arbeiten zum Erhalt und Betrieb der Strecke übernehmen. „Wir haben die Verantwortung. Es handelt sich um richtigen Eisenbahnverkehr mit allem Drum und Dran“, sagt Pandel.

 Der rund 90 Mitglieder zählende Verein sei verpflichtet, die Gleise betriebsbereit zu halten. Rund 15 Personen arbeiteten aktiv mit, sagt er. Die Finanzierung – die Kosten liegen laut Jacob deutlich im fünfstelligen Bereich – würde durch ein Dreisäulenmodell sichergestellt: Zum einen seien es die Vereinsmitglieder mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, zum zweiten Sponsoren und zum dritten die Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald GmbH, die den Betrieb der Linie übernehmen soll.

Die Bahnstrecke würde erst einmal als sogenannte Inselbahn starten. Doch: „Es ist möglich, dass von der Bahnstrecke noch mehr erhalten bleibt“, sagt Jacob, will sich aber zu weiteren Plänen nicht äußern.

Bis die Züge fahren können, gebe es noch viel Arbeit: Dämme und Bachdurchlässe müssten geprüft werden, die Gleisanlagen vermessen und die Strecke freigelegt werden, sagt Pandel. „Wir müssen prüfen, ob die Spurweiten noch stimmen und nichts abgesackt ist“, sagt Pandel.

2020 fällt wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Zwangspause für Arbeiten aus. 2021 soll die Arbeitslok, die derzeit in Schuss gebracht wird, für Bauarbeiten über die Gleise fahren können. 2023 oder 2024 könnte dann der Ausflugsverkehr starten, hoffen die beiden Vorsitzenden.