Bajuwarisch bissiger Humor

Gerhard Polt und Biermösl Blosn treten in Wittlich auf 550 Zuschauer haben sich bestens amüsiert: Im aufverkauften Atrium des Cusanus Gymnasiums in Wittlich boten die Biermösl Blosn und Gerhard Polt bissigen bayrischen Humor. Sie haderten mit der aktuellen Politik und der Kirche und grantelten über gesellschaftliche Ereignisse und bayrische Biergärten.

(itz) Die gemeinsamen Auftritte von Gerhard Polt und den Biermösl Blosn sind in Bayern Kult. Seit rund 30 Jahren machen sie zusammen politisches Kabarett. Für die Biermösl Blosn war der Auftritt 1986 auf dem Anti-WAAhnsinnsfestival in Wackersdorf (Bayern) der Durchbruch.

Die Atomlobby haben sie auch heute noch im musikalischen Visier haben, ist die Politik mit ihr doch eine „unheilige“ Allianz eingegangen. Aber auch die Kirche wird genau beobachtet. Während sie einen Klingelbeutel ins Publikum halten, fordern die Musiker die Besucher zu einer kleinen Geldspende auf: „Der Schein heiligt die Mittel.“

Das gilt aber nicht nur für die Kirche. Auch Investitionen, wie der Ausbau der Bayerischen Landesbank oder des Erlebnisparks Nürburgring, sind „Hokus, Pokus – Spekulativ“. Zum Hochmoselübergang reimen sie: „Wo die Politiker behaupten, dass alles noch viel besser liefe, wenn die B50 neu ,baut ward', die Hochmöselübergang-Ardennen-Offensive.“

Gerhard Polt ist anders: Er grantelt, pirscht sich langsamer zu seinen bissigen Pointen. So erzählt eine Frau, geschätzt in den mittleren Jahren, ihren Freundinnen, oder vielleicht auch ihrer Friseurin, von ihrem letzten Gourmet-Urlaub mit ihrem Mann nach Australien. Leider hätten sie reklamieren müssen, dass sie die im Katalog versprochenen Spezialitäten nicht zum probieren bekommen hätten. Der Grund: Der letzte Waran sei kürzlich holländischen Touristen als Spezialität vorgesetzt worden. „Und immer wieder diese grässliche Pfefferminzsauce – also: Nein! Einfach schrecklich.“

Der Kabarettabend in der „Perle von Vulkaneifelland“ (die Biermösl-Blosn über Wittlich) ist für den gebürtigen Bayern Manfred Engelhardt ein Stück Heimat: „Den Polt hab ich das erste Mal vor 30 live gehört. Die Biermösl Blosn sind nicht nur bissig; sie sind auch fantastische Musiker.“<EP>Mit einem Schuhplattler und zwei Zugaben endet der Abend.

Extra
Die Biermösl Blosn sind die Brüder Hans, Christoph und Michael Well. Aufgewachsen sind sie mit 14 weiteren Geschwistern in der Nähe von Fürstenfeldbruck. Christoph Well hat Trompete studiert und war Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern. Sein Bruder Michael spielte bei den Münchner Philharmonikern Tuba. Die Texte stammen meist aus der Feder von Hans Well. Weitere Infos unter: www.biermoesl-blosn.de. Zu Gerhard Polt unter www.poltseite.de.