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Bakterien verhindern Badespaß im Naturbad

Bakterien verhindern Badespaß im Naturbad

Das Naturbad in Tiefenstein ist erneut wegen zu hoher bakterieller Belastung des Wassers geschlossen. Badegäste wurden am Dienstag überraschend mit der Schließung konfrontiert. Die Stadtwerke hatten sich in der vergangenen Woche noch optimistisch geäußert hatten, dass das sanierte Bad bei den hohen Temperaturen und vielen Besuchern "einen ersten Stresstest" bestanden habe.

Idar-Oberstein. Wieder ein Rückschlag für das Naturbad in Tiefenstein (Landkreis Birkenfeld): Nach einer erneuten Schließung wird das Gelände zwar wieder geöffnet - allerdings nicht zum Schwimmen. Der Stadtvorstand hat spontan entschieden, dass das Bad als Treffpunkt zum Sonnen, Spielen, Klönen weiter zur Verfügung stehen soll, schließlich gibt es ja Liegewiesen, Kiosk, Beachvolleyball. Und das bei freiem Eintritt - sozusagen als kleine Entschädigung für die enttäuschten Badegäste. Die Öffnungszeiten bleiben gleich: 10.30 bis 19 Uhr.
Drei Jahre durchgehend zu


Bäderdezernent Friedrich Marx bestätigt, dass die vor wenigen Tagen entnommenen Wasserproben erneut einen zu hohen Wert des Pseudomonas-Bakteriums aufwiesen. Daraufhin habe das Gesundheitsamt eine Schließungsempfehlung ausgesprochen, der man seitens der Stadtwerke nachgekommen sei. Marx weiter: "Das Bad ist bisher sehr gut gelaufen, aber wahrscheinlich war die Belastung jetzt zu hoch. Das ist auch bei anderen Naturbädern so, sie brauchen ab und an mal Erholungspausen."
Der Beigeordnete hofft nun, dass die nächsten Proben wieder sinkende Werte bringen. Proben werden täglich entnommen; es dauert allerdings drei bis vier Tage dauert, bis das jeweilige Ergebnis der Landesuntersuchungsanstalt beim Gesundheitsamt vorliegt. "Und dann ist es so, dass die Kreisverwaltung gerne mehrere aufeinanderfolgende saubere Werte sieht ..." Aber soviel steht nun fest: Das Bad steht an diesem Wochenende, wenn es wieder sehr heiß ist, für eine Abkühlung nicht zur Verfügung. Marx bekräftigt noch einmal, dass kein Badegast gesundheitliche Bedenken haben muss, da der Grenzwert für Pseudomonas für Naturbäder extrem niedrig liegt - weit unter dem Grenzwert zum Beispiel bei Badeseen.
Bei dem 2006 eröffneten Bad, das auf jegliche chemische Wasseraufbereitung verzichtet, hatte es schon bald Probleme mit überhöhten Werten des Pseudomonas-Keims gegeben. Im August 2006 musste es erstmals und danach immer wieder geschlossen werden. Seit 2009 war es bis zur Wiedereröffnung Ende Mai 2012 durchgehend zu. Bei der mit mehreren namhaften Experten konzipierten Sanierung war die Anlage komplett auf den Kopf gestellt und die Beckenhydraulik komplett umgekehrt worden: Das frische Wasser strömt jetzt von unten zu. Nach der Sanierung lief die Anlage ohne Beanstandung - bis Montag. sc