Bald gibt es einen Bestattungswald bei Traben-Trarbach

Ruhestätte : Bald gibt es einen Bestattungswald bei Traben-Trarbach

Noch in diesem Jahr wird der erste Bestattungswald im Landkreis Bernkastel-Wittlich eröffnet. Am Montag wird der Traben-Trarbacher Stadtrat die Gebührenordnung für den „Ruhewald Hödeshof“ beschließen.

„Das war eine der Aktionen, bei denen ich ausnahmsweise mal nur Positives gehört habe,“ freut sich Traben-Trarbachs Stadtbürgermeister Patrice Langer. Das Projekt Bestattungswald ist nämlich auf der Zielgeraden. Viele Jahre lang hatte Langer dicke Bretter gebohrt, um die Möglichkeit einer Baumbestattung zu schaffen. Immer mehr Menschen suchen nach einer alternativen Bestattungsform, wozu sich ein Bestattungswald anbiete, zumal es bisher kein solches Angebot im Landkreis Bernkastel-Wittlich gibt.

Der Stadt Traben-Trarbach gehört ein größeres geschlossenes Waldstück in der Nähe des Hödeshofes, dem kleinsten Ortsteil von Traben-Trarbach. Das Gelände erfülle die Voraussetzungen für einen Bestattungswald in idealer Weise, so Langer. Der Eichen- und Buchenbestand in dem 13 Hektar großen Waldstück sei zwischen 140 und 150 Jahren alt, ein ideales Alter für diese Nutzung. Bis Eichen und Buchen gefällt und verkauft werden können, müssen sie mindestens 250 Jahre alt werden. Daher sei die Nutzung als Bestattungswald für Urnenbestattungen für die nächsten 100 Jahre sinnvoll.
Wie das Forstamt mitteilt, seien zusammenhängende Eichenwälder in diesem Alter eine Seltenheit, da die Bäume häufig durch Wildverbiss geschädigt werden. Das sei auf Wilderei in der Franzosenzeit zurückführen, hieß es. Die Genehmigungsverfahren sind inzwischen abgeschlossen, so dass der Ruhewald noch in diesem Jahr eröffnet werden kann. Am Montag, 9. September, wird der Stadtrat die Gebührenordnung und Friedhofssatzung dazu beschließen. „Das Projekt haben wir sehr einvernehmlich entwickelt und es gibt bereits erste Anmeldungen dafür,“ sagt Langer. Die entsprechenden Bäume seien inzwischen auch markiert worden. Nun müssen noch Flächen gemulcht werden. Außerdem soll noch ein Andachtsplatz eingerichtet werden. „Wir wollen auch eine Art Altartisch installieren, an dem die Menschen sich versammeln können. Wir verzichten auch bewusst auf religiöse Symbole, da der Ruhewald von allen Menschen genutzt werden soll,“ sagt Langer.

Die Stadt wird bei diesem Projekt von der Firma „Unique Forestry and Landuse“ in Freiburg unterstützt, einer Firma, die sich auf die Vermarktung und Nutzung von Forsten im Auftrag von Kommunen spezialisiert hat. Der Bestattungswald hat eine Fläche von 13 Hektar, die in fünf Sektoren aufgeteilt ist. Pro Sektor werden zirka 250 Bäume ausgewiesen, an denen bis zu zwölf Urnen beigesetzt werden können – insgesamt sind das 15 000 Bestattungsplätze.

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