1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Bald heulen auf der Mosel die Motoren: Motorbootrennen steigt in Traben-Trarbach

Bald heulen auf der Mosel die Motoren: Motorbootrennen steigt in Traben-Trarbach

Auf der Mosel vor der Doppelstadt werden am 4. und 5. Juni wieder die Motoren der Rennboote heulen. Noch zu Beginn des Jahres hatte es danach ausgesehen, als ob nach der Wiederbelebung der traditionsreichen Veranstaltung vor zwei Jahren gleich wieder der Exitus folgen würde. Nach dem Rennwochenende wird nach einer dauerhaften Lösung gesucht.

Traben-Trarbach. Bis 1996 waren der Name Traben-Trarbach und das Ereignis Motorbootrennen scheinbar unzertrennlich miteinander verbunden. Seit den 1960er Jahren zog es an besagtem Wochenende Tausende von Schaulustigen von den Hunsrück- und Eifelhöhen herab. Und alle - oder zumindest die meisten - die damit einen Teil ihres Lebensunterhaltes verdienten, hatten ihre Freude daran. Bis vor 20 Jahren Schluss war mit der Rennerei. Und die Wogen auf der Mosel sich buchstäblich geglättet hatten.18 Jahre Vakanz

Diese Vakanz dauerte genau 18 Jahre lang. So lange bis der Gewerbeverein, das Team 33 und der ADAC gemeinsam das schlafende Dornröschen wach küssten und dem Motorboot-Rennsport auf der Mosel vor Traben-Trarbach wieder neues Leben einhauchten. Vor zwei Jahren wurden die ersten Rennen, schon mit international hochwertigen sportlichen Prädikaten, wieder ausgetragen. Es schien, als sei eine neue Ära einer längst verloren geglaubten Tradition eingeläutet worden. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Als Elmar Hilgers, einer der Macher der Veranstaltung, zu Beginn des Jahres aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand, in der Folge weder Gewerbeverein noch Stadt sich in der Lage sahen, das Projekt weiter zu stemmen, zogen dunkle Wolken über den Fluss. Sie kündeten unübersehbar vom möglichen Ende einer Zukunft, die es scheinbar doch nicht gab.
Um den GAU, und damit auch den Verlust des touristischen Anziehungsmagneten zu verhindern, wurde das Konstrukt Sport events Traben-Trarbach ins Leben gerufen, das den Fortbestand des Ganzen sichern soll. "Zunächst einmal für dieses eine Jahr, danach wollen wir eine langfristige Lösung suchen", sagt der Traben-Trarbacher Geschäftsmann Ingo Kaspari: "Wir hatten ja nicht viel Zeit, wir mussten schnell eine Entscheidung treffen und dann sehen, wer in der Lage und ermächtigt war, Gespräche zu führen und Entscheidungen zu treffen." Und auch: Wer das finanzielle Risiko tragen sollte. "So wie es jetzt ist, kann das nur eine Übergangslösung sein", beteuert er. Aber eine Schar Gleichgesinnter wollte "die Geschichte nicht gleich wieder den Bach runtergehen lassen." Die Gemüter in der Stadt waren ohnehin gespalten. Während viele Geschäftsleute, Hoteliers, Gaststätten- und Pensionsbesitzer das Spektakel als Einnahmequelle willkommen hießen, wandten sich andere dagegen: "Der Lärm und der Gestank, der tagelang über der Stadt liegt, halten mehr Leute vom Besuch ab, als zusätzliche Gäste wegen der Rennen kommen" wurde argumentiert.

Bürgermeister Patrice Langer bemühte sich als "Mittler zwischen den Welten" und beschwor die Einheit der Geschäftsfront. "Alles, was den Namen der Stadt hinaus trägt, ist gut für deren Bürgerinnen und Bürger. Da sollten wir einen Konsens finden." Fest steht zumindest für dieses Jahr: Die sportliche Qualität der Veranstaltung wird keine Einbußen erleiden. Das heißt auch, dass sich an der Größenordnung der anreisenden Teilnehmer, deren Teams und wahrscheinlich auch der Zuschauer nichts ändern wird. Auch konzeptionell wollen die Leute von "Sportevents Traben-Trarbach" nichts ändern. Das habe sich bewährt und nach den guten Erfahrungen und Rückmeldungen aus 2014 und 2015 hatten die Organisation und die handelnden Personen viel Lob von allen Seiten erhalten.Fest für Familien


Das Wetter spielte in beiden Fällen mit, die Renn-Wochenenden wurden auch zu einem Familienfest mit vielen Neugierigen. "Wir gehen mit einem kleinen Plus aus dem ersten Jahr", hatte Hilgers noch nach dem Premierenjahr 2014 mit Stolz verkündet. Und große Pläne mit Läufen zur Weltmeisterschaft vor Traben-Trarbach geschmiedet.
Die mittelfristige Zukunft steht nun zunächst einmal in Frage. In diesem Jahr, so Kaspari, gelte es, das Renn-Wochenende erst einmal für ein Jahr am Leben zu erhalten und dem Event eine Zukunft zu sichern."
Und es geht auch darum, ohne Verlust aus dem Spektakel zu kommen. Denn den tragen dann die, die seit dem Frühjahr Verantwortung tragen. Aber vielleicht glätten sich die Wogen ja auch ein zweites Mal wieder. Dieses Mal im positiven Sinne wohlgemerkt.