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Bald könnte es zum Himmel stinken

Bald könnte es zum Himmel stinken

BERNKASTEL-KUES. Im Stadtteil Andel lagern Gelbe Säcke im Freien. Im Herzen der Bernkasteler Altstadt müssen die Anwohner beim Abtransport des Sperrmülls mehr Hand anlegen als bisher. Das sorgt für Ärger.

Dass es zurzeit auf dem ehemaligen VTG-Gelände in Andel zum Himmel stinkt, kann man nicht behaupten. Das liegt aber daran, dass die Temperaturen zwischen eisig und halbwegs mild schwanken. Wenn es wärmer wird, dürfte sich schnell übler Geruch breit machen. Auf dem Gelände werden Gelbe Säcke und Altpapier gelagert, die von den Gewerbetreibenden aus der Stadt freitagsmorgens gebracht werden können. Diese Regelung macht vor allem wegen der Gelben Säcke Sinn. In ihnen landen auch Dosen und Plastikabfall aus den Restaurant-Küchen. Die Gastronomen sind froh, die Säcke nicht wochenlang lagern zu müssen. Da der Inhalt oft nicht gespült wird, würde sich sonst schnell übler Geruch verbreiten.Kröhner beharrt auf Container-Lösung

So weit, so gut. Doch auf dem Gelände in Andel liegen die Säcke und das Altpapier auf dem Boden. Das Areal ist zwar eingezäunt, doch zumindest Tiere lassen sich davon nicht abhalten. Ortsvorsteher Rolf Kröhner behagt das nicht. Vor allem, weil seiner Meinung nach eine Lagerung in Containern vorgesehen war. "Von einem Container ist nie die Rede gewesen", hält Wolfgang Pastor, erster Stadtbeigeordneter, dagegen. Das beauftragte Abfuhrunternehmen habe einen Schlüssel zu dem Gelände und hole die Gelben Säcke und das Papier bei Bedarf ab. Da sei etwas in den falschen Hals geraten, stimmt Markus Ruf, Leiter des städtischen Bauhofs, Pastor zu. Auch er weiß nichts von einem Container. Rolf Kröhner beharrt auf seiner Meinung und zitiert aus der Niederschrift der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 8. Dezember 2005. Auf dem Gelände werde ein Container aufgestellt, der alle vier Wochen geleert werde, heißt es da. Kröhner selbst solle bei der Aufstellung dabei sein. Von einem geschlossenen Behältnis ist dort zwar keine Rede. "Aber etwas anderes macht keinen Sinn", sagt Kröhner. Stadtbürgermeister Wolfgang Port hat diese Thematik an seinen ersten Beigeordneten delegiert. Die Niederschrift hat er deshalb nicht im Kopf. "Wenn das aber so drin steht, wird das auch umgesetzt", verspricht er. Marmann wünscht sich intelligente Lösung

Auch an einer weiteren Stelle sorgt der Müll für Diskussionen: in diesem Fall der Sperrmüll in der Altstadt. Das oftmals sperrige und voluminöse Material aus den Häusern in den besonders engen Gassen wurde bisher am Bärenbrunnen und auf dem Marktplatz zusammengetragen und dort von der Entsorgungsfirma abgeholt. Diese Regelung gilt nicht mehr. Sperrmüll muss am Abfuhrtag zwischen 7 und 11 Uhr zum Parkplatz am Moselufer (Nähe Tiefenbach-Mündung) gebracht werden. Dort warten bereits die Fahrzeuge der Entsorgungsfirma. Stadtratsmitglied Lothar Marmann, selbst Anwohner der Altstadt, kritisiert diese Praxis. "Was ist mit den Leuten, die schon früher aus dem Haus müssen? Was ist mit den alten Leuten?", fragt er. Und kann den Bewohnern überhaupt zugemutet werden, den Sperrmüll mit dem eigenen Fahrzeug, falls überhaupt vorhanden, an die Mosel zu fahren? Er wünscht sich intelligente Lösungen. Im Kreis Mayen-Koblenz könnten die Bürger zweimal im Jahr das Entsorgungsunternehmen anfordern, sagt er. Und es sei nicht abwegig, wie anderswo auch, den Sperrmüll vor die Haustür zu stellen. Zweimal im Jahre müsse das auch in einer Touristenstadt gehen. Dadurch werde auch eine soziale Kontrolle gewährleistet. Gerade die fehle, beklagen Wolfgang Pastor und Markus Ruf. Die Leute hätten bisher auch Material zum Bärenbrunnen und zum Marktplatz getragen, das nicht zum Sperrmüll gehöre. Das sei dann liegen geblieben und habe vom Bauhof entsorgt werden müssen. Der Bauhof spielt auch bei der Neuregelung eine Rolle. Ältere Bürger und Leute ohne Fahrzeug können die Hilfe der Bauhof-Mitarbeiter (Telefon 972035) in Anspruch nehmen. "Das schaffen die nicht", glaubt Lothar Marmann an logistische Probleme. "Wir müssen es ausprobieren", sagt Markus Ruf, "wenn es nicht funktioniert, müssen wir die Sache eventuell noch einmal überdenken." Derzeit geht er aber davon aus, dass der Einsatz von zwei Bauhofmitarbeitern ausreicht.