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"Balkan"-Brauchtum wird gefördert

HOXEL/MORSCHEID-RIEDENBURG. (urs) Ende Oktober haben sich 30 Bürger zusammen gefunden, die auf dem "Balkan" die Brauchtumspflege sichern wollen. Sie haben den"Verein zur Förderung des traditionellen Brauchtums Balkan" gegründet.

Kurz und einprägsam ist der Name des "Vereins zur Förderung des traditionellen Brauchtums Balkan" nicht gerade. Doch in den betroffenen Gemeinden Hoxel, Morscheid-Riedenburg und Wolzburg wird er sicher dennoch schnell Fuß gefasst haben. Das Ziel des am 31. Oktober ins Leben gerufenen Vereins betrifft nämlich alle dort lebenden Menschen, und sogar darüber hinaus. Denn die 30 Gründerväter und -mütter im Alter von 20 bis 70 Jahren wollen immer dann in Aktion treten, "wenn irgend etwas weg bricht", wie es Brauchtumsförderer Richard Ehlen formuliert. Ob nun jemand aus Altersgründen bisher von ihm wahrgenommene Aufgaben nicht mehr übernehmen kann oder durch Wegzug eines "Balkanesen" eine unerwartete Lücke droht - die Brauchtums-Mitglieder wollen einspringen, wenn irgendwo irgendetwas fehlt. Die Idee dazu ist über die Begeisterung für den Karneval entstanden. Nachdem die Interessengemeinschaft Dicker Donnerstag vor zwei Jahren den ersten Nachtumzug auf dem Balkan in Bewegung gesetzt hatte, stellte sich schon bald die Frage der langfristigen Bezahlbarkeit. "Wir müssen ja die ganzen Sachen finanzieren", macht Ehlen am Beispiel von Wurfmaterial oder Wagenbau die Notwendigkeit deutlich, den Umzug finanziell wie steuerlich auf stabile Füße zu stellen.Verschiedene Betätigungsfelder

Ansonsten könne es zudem schnell passieren, dass sich irgendwann keiner mehr so recht um die Organisation kümmern wolle. Weitere Betätigungsmöglichkeiten sieht der Verein in Projekten wie der in einigen Jahren anstehenden 850-Jahr-Feier von Morscheid oder dem demnächst geplanten Jubiläum "100 Jahre Schwester Blandine Merten". Die Organisation über einen Verein hätte auch schon bei anderen Gelegenheiten hilfreich sein können, davon ist Ehlen überzeugt. So zum Beispiel bei der Anfang 2003 von der "Interessengemeinschaft St. Cuno" mit viel Aufwand und persönlichem Engagement auf die Beine gestellten St. Cuno-Ausstellung. Für diese sei eine "riesige Vorarbeit" erforderlich gewesen, so Ehlen. Über einen Verein wäre das seiner Ansicht nach allein schon deshalb einfacher, "weil da nicht nur ein paar Leute dahinter stehen". Außerdem würde sich die Planung eines solchen Vorhabens über die Mitglieder eines Vereins vermutlich schneller herumsprechen.