Barrierefrei leben und wohnen

Seit Beginn des Jahres 2007 ist eine neue Internetseite im Netz, die ganz auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen oder alte Menschen ausgerichtet ist. Entwickelt hat das Online-Portal barriere frei.de Marco Gedert aus Starkenburg, den die Multiple-Sklerose-Erkrankung seiner Mutter auf die Idee gebracht hat.

Starkenburg. Vor wenigen Wochen reiste Marco Gedert nach Aachen. Der 27-jährige Diplom-Ingenieur für Holztechnik, Inhaber der Firma Gedert Objekt-Einrichtungen, wurde dort mit dem Sonderpreis der Regioneninitiative "Euregio for all" ausgezeichnet - für ein Projekt, das Gedert vor eineinhalb Jahren gestartet hat und das sich zu einer Erfolgsstory entwickeln könnte. In der Begründung heißt es unter anderem: "Die Internet-Seite barrierefrei.de ist ein Projekt, das alle Jurymitglieder sehr gut fanden, denn es verbindet viele Themen, die für Menschen mit Behinderungen wichtig sind und hat eine sehr professionelle Ausstrahlung."Für Marco Gedert ist der Preis Auszeichnung und Anerkennung zugleich. Gedert: "Es ist eine große Ehre, dass unsere Arbeit eine so hohe Anerkennung findet. Der Preis macht Mut, unser Angebot noch weiter zu verbessern." Es war die Multiple Sklerose-Erkrankung seiner Mutter Rita, die den jungen Mann auf eine große Informationslücke im Internet aufmerksam gemacht hat. Als die Krankheit für seine Mutter zunehmend zu einer Belastung und die kleinen Hürden im Haus, die Stufen, Absätze und Treppen zu unüberwindbaren Hindernissen wurden, machte Gedert sich im Internet auf die Suche nach Experten und Produkten rund um das barrierefreie Bauen und Wohnen. Doch die Informationen, die er im Internet fand, waren mehr als dürftig. Ziel des Portals ist es daher, Menschen zusammenzubringen, für die barrierefreies Bauen und Wohnen ein Thema ist. Über eine Postleitzahlensuche können Menschen mit Behinderungen sowie Senioren Experten - vom Architekten über Handwerker bis hin zu Planern und Förderstellen - in ihrer Nähe finden. Auch die Adressen von Selbsthilfeverbänden in der Nähe des jeweiligen Wohnortes (zum Beispiel DRK, Caritas, VdK, Rheumaliga, Aktion Mensch etc.) können per Mausklick sofort abgerufen werden. Ferner ist auf der Internetseite ein Forum eingestellt, in dem sich Interessenten online austauschen können. Ein Betroffener will zum Beispiel wissen, ob der Einbau eines Personenaufzugs in einem Mehrfamilienhaus gefördert wird, ein anderer stellt die Frage, ob der Haustechnik raum in öffentlichen Gebäuden barrierefrei sein muss.Sechs Leute kümmern sich um die Weiterentwicklung und Pflege des Internetportals. Programmierer verfeinern ständig den Produktbereich, Redakteure stellen aktuelle Informationen ein, andere Mitarbeiter halten Kontakte zu Handwerkern und kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Bislang hat Gedert eine sechsstellige Summe in das Internet-Portal investiert, verdient hat er bislang damit noch nichts. Doch langfristig soll das Projekt auch Gewinn abwerfen - über Anzeigen von Firmen, die auf der Seite inserieren und über den Verkauf von Produkten, mit denen ein barrierefreies Leben und Wohnen ermöglicht wird.