Barrieren und Knollen

MORBACH. (urs) Obwohl an der B 327 bis in die Dunkelheit und – soweit möglich – auch bei Regen gearbeitet wird, ist erst gegen Ende der Woche mit einer Freigabe zu rechnen.

Als wären die Tage der Baustellen nicht schon bitter genug für Morbacher Bürger, Pendler und Kunden: Jetzt macht auch noch das Wetter die Hoffnungen auf ein rasches Ende der Arbeiten an der B 327 zunichte. Ende voriger Woche äußerten sich die zuständigen Stellen noch zuversichtlich, dass die Binder- und Deckschicht bis Dienstagabend aufgebracht sein könnte. Doch wegen des vielen Regens, der Fahrbahnarbeiten nun einmal Grenzen aufzeigt, werden sich die Arbeiten wohl doch noch über die gesamte Woche hinziehen. Am Dienstag wurde aber immerhin begonnen, die Deckschicht aufzubringen. Die 24-stündige Abkühlungsphase der Masse hat jedoch erneut die befristete Sperrung des Verbindungsstückes Bundesstraße und Morbacher Kreisel erforderlich gemacht. Was trotz der Bemühungen, zumindest eine der beiden Hauptzufahrten nach Morbach immer offen zu halten, unweigerlich zu chaotischen Zuständen führt. Außerdem ist auch für die gestern aufgebrachte Schicht eine erneute Auskühlung von 24 Stunden erforderlich. Ralf Schmitz, Leiter der Straßenmeisterei Wittlich und vertretungsweise zuständig, hofft daher: "Ende der Woche müsste die Baumaßnahme abgeschlossen sein." Bis die Fahrbahnen komplett freigegeben sind, wird der Verkehr aus Richtung Flughafen Hahn zeitweise über Weiperath in den Ort umgeleitet. Verkehrteilnehmer aus Richtung Thalfang können in der Regel über die reguläre Einfahrt hinter der Tankstelle nach Morbach einfahren. Für den Verkehr aus Richtung Merscheid/Horath ist eine Umleitung über Heinzerath und die B 269 (Gonzerath-Morbach) ausgeschildert. Derweil häufen sich die Klagen von Morbacher Bürgern, Kunden und Geschäftsleuten. Während die einen sich beschweren, nur mühsam und über Umwege in den Ort oder wieder hinaus zu kommen, ziehen die anderen gar in Erwägung, ihr Geschäft bis zum Abschluss der Arbeiten zu schließen. Während sonst am 15. August viele saarländische Feiertagsausflügler den Ort bevölkerten, blieben die Geschäfte dieses Mal auffallend leer. Den ganzen Tag über seien drei Personen bei ihm im Laden gewesen, erzählt ein Geschäftsmann: der Briefträger, ein Vertreter und ein Kunde. Selbst vor denjenigen, die versuchen, dem Chaos die Stirn zu bieten und auf Schleichwege ausweichen, tun sich Barrieren auf - sprich die Handkelle der Knöllchen verteilender Morbacher Polizisten. Hermann-Josef Decker, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, betont: "Wir sind dazu verpflichtet." Da auch Spaziergänger und Radfahrer die Wirtschaftswege nutzten, seien Beschwerden eingegangen. Die Dienststelle habe daher handeln müssen. Aber: "Nicht aus uns heraus und nicht, weil wir die Leute ärgern oder abkassieren wollen."