Bauernrose blüht wieder auf

VELDENZ. Allmählich blüht er seinem 20. Geburtstag entgegen, der Veldenzer Bauerngarten. Doch dank fleißiger Gärtnerinnen hat er bisher von seinem Charme nichts eingebüßt.

Die Anregung haben Veldenzer Chorsängerinnen von Vereinsfahrten mitgebracht. "Wir haben immer solche Gärten besichtigt", erinnert sich Inge Bottler, die Seele des Veldenzer Bauerngartens. Irgendwann sei dann die Idee geboren worden, im Heimatort einen Dorfgarten anzulegen. Die Voraussetzungen dafür wurden bereits 1989 geschaffen, als die Gemeinde die Gelegenheit nutzte, durch Landtausch in den Besitz einer geeigneten Fläche zu gelangen. Seither hat sich das Gärtchen am Ortseingang aus Richtung Mülheim zu einer Anlage gemausert, deren Besuch sich bei Gartenliebhabern wie Urlaubern als lohnenswert herum gesprochen hat. Inmitten der mit Buchsbaumhecken umsäumten Beete scheinen Blumen und Stauden mühelos zu gedeihen. Ebenso wie die Pflanzen der Kräuterspirale, auf die Bürger im Bedarfsfall gern zurückgreifen. Es frage immer mal jemand nach, ob er sich das eine oder andere aus dem Garten nehmen könne, erzählt Bottler. Während Estragon, Rosmarin, Bergbohnenkraut, Melisse und Pimpinelle zu einer Schnupperexkursion einladen, schweift das Auge zur Hochbeetbepflanzung oder den blühenden Stauden ab. Fast schon ein Muss im Gärtchen ist die "Echte Veldenzer Birne", auch Forellenbirne genannt. Wie Bottler vermutet, rührt der Name der länglichen Birne wohl von deren an eine Forelle erinnernde Außenhaut. Abgesehen davon kann das Gärtchen mit einer alten Bauernrose glänzen, die nach dem kalten Winter schon verloren schien. Entsprechend verzögert sind die Frauen dieses Jahr seit Pfingsten im Dorfgarten zugange. Immer wieder harken sie den Boden und rücken dem Unkraut zuleibe oder sie streichen in einer Gemeinschaftsaktion den Zaun. Bisher sei alles gewachsen, freuen sich die ehrenamtlichen Gärtnerinnen, die offensichtlich alle über einen grünen Daumen verfügen. Mit dem Anstieg der Temperaturen machen sich die Damen jedoch etwas rarer. "Wir lassen es jetzt wachsen, wie es wächst", sagt Bottler. Ihre Freude am Gärtnern sei aber nach wie vor ungebrochen. Seit vergangenem Jahr haben sie es in mancher Hinsicht ja auch etwas einfacher. "Wir haben Stauden gepflanzt, die länger stehen - wir werden ja auch älter." Außerdem gibt es männliche Unterstützung. Fritz Werner schneide fachmännisch und "mit viel Liebe" die Bäume. Und bei Bedarf packen auch mal die Gemeindearbeiter mit an, die zum Beispiel das anstrengende Verteilen von Rindenmulch übernehmen. Ortsbürgermeister Norbert Sproß rechnet den Damen ihr ehrenamtliches Engagement hoch an. Einigen der ersten Gärtnerinnen ist die Arbeit zwar mittlerweile zu beschwerlich. Doch von denen, die sich heute darum kümmern, haben laut Sproß auch schon alle ihren 60. Geburtstag gefeiert. "Aber sie lassen nicht nach", lobt er den Einsatz der Frauen. Zusätzliche Hände - natürlich auch von Nicht-Sängerinnen - seien aber jederzeit willkommen, versichert Bottler: "Jeder der helfen will, kann helfen."

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