Baugebiet Lieschberg nimmt Formen an

Baugebiet Lieschberg nimmt Formen an

24 Grundstücke gehören der Stadt, 16 Privatleuten. Macht summa summarum 40 neue Bauplätze oberhalb des Kueser Hafens. Einheimische haben die besten Chancen, wenn es mehrere Interessenten für eine Fläche gibt.

Bernkastel-Kues. Noch in diesem Jahr kann der Verkauf der Grundstücke im neuen Baugebiet "Lieschberg" in Bernkastel-Kues beginnen. "Die Zuteilung der Flächen erfolgt im November", teilt Stadtbürgermeister Wolfgang Port mit. Wie berichtet wird das frühere Weinbergsareal an der L 47 oberhalb des Kueser Hafens bebaut. Nach Auskunft von Rainer Blasius (Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues) entstehen dort 40 Grundstücke für Einfamilienhäuser und einige Doppelhäuser.

Es war das Bestreben der Stadt, möglichst viele Grundstücke in ihren Besitz zu bekommen, um einheitliche Voraussetzungen schaffen zu können. 24 der 40 Flächen hat sie, so Rainer Blasius, zum Einheitspreis von 50 Euro pro Quadratmeter erwerben können. Die übrigen sind weiter im Besitz der ursprünglichen Eigentümer, beziehungsweise es sind ihnen gleichwertige zugewiesen worden. Während es für die städtischen Grundstücke eine Frist zur Bebauung geben wird, sind die anderen Eigentümer frei in ihrer Entscheidung: verkaufen, selbst bauen oder erst einmal liegen lassen. Sie können auch den Preis bestimmen.
Bevor die erste Baufirma anrückt, wird noch eine Baustraße eingerichtet. Die Zufahrt erfolgt von der L 47 aus. Später wird diese Straße richtig ausgebaut.

Im Stadtrat herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Stadt noch ein solches Baugebiet braucht. Es wird auch eine rege Nachfrage erwartet, obwohl die Grundstücke mehr als 100 Euro pro Quadratmeter (plus Erschließung) kosten werden. Die genauen Preise stehen, so der Stadtbürgermeister noch nicht fest. Da das Gelände in drei Kategorien unterteilt ist, wird es aber verschiedene Preise geben.

Wer Interesse hat, sollte sich eines vor Augen halten. Das Gelände ist nicht eben sondern fällt zur Straße hin ab. Wenn sich mehrere Interessenten für ein und dasselbe Grundstück bewerben, tritt ein besonderes Auswahlverfahren in Gang. Es werden Punkte vergeben. Grob gesagt gilt: Einheimische genießen Vorrang. Wer 30 Jahre lang in der Stadt wohnt, bekommt mehr Punkte, als derjenige, der seit 20 Jahren Bürger ist. Auch die Kinderzahl spielt eine Rolle. Wer nicht vor Ort wohnt, hier aber arbeitet, wird auch mit Punkten bedacht. Sollte es dennoch eine Punktegleichheit geben, wird auch bewertet, ob jemand aus der Familie ein Ehrenamt bekleidet oder eine Beeinträchtigung hat.
Circa 850 000 Euro habe die Stadt für den Kauf der meist zwischen 400 und 500 Quadratmeter großen Grundstücke bezahlt, berichtet Port. Verdienen werde die Stadt am Verkauf nichts. "Aber wir können das Gelände weder verschenken, noch werden wir damit spekulieren ", sagt er.