Baugrundstücke anbieten und Leerstände vermeiden

Wenigerath versucht sich am Spagat: Der Ortsbeirat hält auf lange Sicht ein neues Baugebiet notwendig, obwohl theoretisch 25 Bauplätze im Innerort geschaffen werden können. Zudem sollen Leerstände im Ortskern vermieden werden, damit das Dorf attraktiv bleibt.

 Hier könnte die Zufahrt zum neuen Baugebiet erfolgen. Auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Vordergrund können 18 neue Einfamilienhäuser entstehen. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Hier könnte die Zufahrt zum neuen Baugebiet erfolgen. Auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Vordergrund können 18 neue Einfamilienhäuser entstehen. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Wenigerath. Der Wenigerather Ortsbeirat diskutierte in seiner jüngsten Sitzung über die Potenzialanalyse, die die Morbacher Verwaltung für mehrere Ortsteile erstellt hat. Sie soll als Grundlage für die weitere Erschließung von Baugebieten in den Morbacher Ortsteilen dienen.

Das Ergebnis der Untersuchung ergab für Wenigerath, dass fünf Häuser in dem 320 Einwohner zählenden Dorf derzeit leerstehen. Weitere 13 Häuser werden von Bürgern im Alter über 75 Jahren bewohnt und drohen, mittelfristig ebenfalls leer zu stehen. Thomas Recktenwald von der Morbacher Verwaltung, der die Analyse vorstellte, geht weiterhin davon aus, dass innerhalb des bebauten Ortsbereichs Platz für 25 weitere Neubauten besteht. Allerdings sind die dafür möglichen Grundstücke in Privatbesitz oder ergeben sich erst nach einem neuen Zuschnitt der Flächen.

Ortsvorsteher Thomas Jakobs möchte den Ortskern erhalten. "Wir müssen eine Zerklüftung des Ortes verhindern." Wenn im Ortskern nur noch Baracken stehen, verliere das gesamte Dorf an Attraktivität, sagte er. Darunter leide dann auch das angedachte Baugebiet An der Rapperather Anwand, in dem 18 Bauplätze vorgesehen sind.

Einige Ratsmitglieder glauben, dass viele der ermittelten Plätze für potenzielle Hausbauer zu unattraktiv sind. Zudem sei nicht klar, ob die Eigentümer diese Grundstücke überhaupt veräußern wollen.

Verkauf älterer Häuser fraglich



Auch sei bei vielen älteren Häusern fraglich, ob diese verkauft werden können. Oftmals seien diese Häuser zu alt, um wirtschaftlich sinnvoll renoviert werden zu können. "Da ist oft wenig Wohnfläche und eine große Scheune, in die man viel Geld stecken muss", sagte Ratsmitglied Klaus-Peter Marx. Zudem sind mehrere dieser Häuser zusammengebaut. "Wem nützt es, wenn ein Haus in der Mitte renoviert ist und die angebauten verfallen?", fragte Marx.

Die Mitglieder des Ortsbeirats kamen zur Überzeugung, dass trotz des Ziels "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" langfristig kein Weg an einem Neubaugebiet vorbeiführt, damit der Ort für Neubürger attraktiv bleibt. Allerdings eilt dessen Ausweisung nicht: Jakobs gab bekannt, dass die Gemeinde noch "drei schöne Bauplätze" in der Ortslage anbieten kann. In den letzten vier Jahren sei in Wenigerath nur ein Wohnhaus neu errichtet worden. cst

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort