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Bauland in Morbach: Nachfrage ist hoch

50 neue Grundstücke in Planung : Wo Bauland in Morbach besonders gefragt ist

Vor allem in zwei Morbacher Ortsbezirken sind Baugrundstücke derzeit begehrt. In nächster Zeit werden um die 50 weitere erschlossen. Wo diese genau entstehen, welche Preise aktuell sind und wie bei allem Wachstum die Entwicklung der Ortskerne im Blick bleibt.

Wo können sich Bauwillige in Morbach den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen? Der TV hat bei der Verwaltung nachgefragt und gibt einen Überblick über die aktuelle Situation, Preise und die künftige Entwicklung.

Wie ist aktuell die Nachfrage nach Bauland?

„Die Nachfrage ist sehr hoch, insbesondere in Morbach und Bischofsdhron“, berichtet Bürgermeister Andreas Hackethal. In beiden Baugebieten seien die Grundstücke verkauft oder stünden kurz davor. In Morbach (Auf der Huhf) wurden laut Hacke-thal 42 Bauplätze erschlossen, davon 31 gemeindliche. In Bischofsdhron (Auf der Rau) hat die Gemeinde insgesamt 20 Baugrundstücke geschaffen, vier davon sind Privatgrundstücke. Die Bautätigkeit in beiden Gebieten sei „in vollem Gange“. Auf den Grundstücken der Gemeinde müsse auch innerhalb von drei Jahren ab Grundbucheintrag ein Rohbau erstellt werden. Andernfalls könnten diese Grundstücke zurückgefordert werden.

 Begehrt bei Bauwilligen ist auch Bischofsdhron. Im Baugebiet Auf der Rau haben die 16 Grundstücke im Gemeinde-Eigentum bereits alle einen Käufer gefunden.
Begehrt bei Bauwilligen ist auch Bischofsdhron. Im Baugebiet Auf der Rau haben die 16 Grundstücke im Gemeinde-Eigentum bereits alle einen Käufer gefunden. Foto: Christoph Strouvelle

Im Neubaugebiet in Merscheid gab es bei elf Grundstücken schon drei Verkäufe und drei Reservierungen.

Wo entstehen derzeit neue Baugebiete? Wie hoch sind dort die Baulandpreise?

Derzeit werden laut Bürgermeister in Morscheid-Riedenburg (9), Wenigerath (17) und Gonzerath (26) insgesamt mehr als 50 neue Baugrundstücke erschlossen. Die Preise dort liegen zwischen 61 (Gonzerath) und 49 Euro pro Quadratmeter. In der Einheitsgemeinde insgesamt gebe es eine Preisspanne von 49 bis 85 Euro. Wer sich über verfügbare Bauplätze und die finanziellen Konditionen informieren will, findet alle Details dazu gebündelt auf der Internetseite www.morbach.de

Für die drei genannten Neubaugebiete beträgt der Investitionsaufwand einschließlich Bodenwert laut Hackethal rund 2,8 Millionen Euro.

Was ist noch in Planung?

Derzeit laufen keine Verfahren für Bebauungspläne zu neuen Bauflächen in Morbach. Geplant sei allerdings eine weitere Erschließung in Hundheim, sagt der Bürgermeister. Für den bereits rechtskräftigen Bebauungsplan mit 30 Grundstücken stehe das förmliche Tauschverfahren zur Schaffung des erforderlichen Baulands kurz vor dem Abschluss. Ob die Erschließung abschnittsweise erfolge, sei noch nicht entschieden. In Heinzerath werde ebenfalls demnächst ein Bauleitplanverfahren in die Wege geleitet.

Was sind die Hauptgründe für das Interesse der Bauwilligen?

„Die Entwicklung ist sicher auch darauf zurückzuführen, dass alle Orte der Gemeinde Morbach mit guter Infrastruktur, schönen Ortsbildern und aktiven, engagierten Dorfgemeinschaften versehen sind“, vermutet Andreas Hackethal. Auch der Hochmoselübergang und die damit neu geschaffene Verkehrsanbindung in Richtung Moseltal und Eifel habe sich bereits bemerkbar gemacht.

Frank Leis, Ortsvorsteher in Bischofsdhron, kann auf Anhieb mehrere Vorzüge nennen, die bei Bauwilligen für den Ortsteil sprechen könnten: „Wir liegen sehr nah an Morbach, sind in Bezug auf Schulbusse, Fuß- und Radwege gut dorthin angebunden, aber trotzdem etwas raus aus dem Zentrum“, sagt er. Auch kulturell habe Bischofsdhron dank vieler Vereine einiges zu bieten.

Der Kaufpreis für die Baugrundstücke sei mit 67 Euro pro Quadratmeter geringfügig günstiger gewesen als in Morbach. „Aber im Moment haben wir nichts mehr anzubieten. Die Grundstücke waren schneller weg, als wir gucken konnten.“ Auch deshalb sehe der Ortsbeirat durchaus Potenzial für eine Erweiterung des Baugebiets. Die Entwicklung im Ortskern spreche nicht dagegen. „Wir haben keine Leerstände oder unbebauten Grundstücke“, sagt Leis. Allerdings seien viele Bewohner über 80 Jahre alt, sodass sich die Lage in einigen Jahren womöglich ändern könnte.

Wie steuert es die Gemeinde, dass die Ortsbezirke wachsen können und gleichzeitig keine Leerstände in den Ortskernen entstehen?

Neues Bauland zu erschließen, sei keine Abkehr von dem Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“, betont der Morbacher Bürgermeister. Denn dies geschehe nur bei „echtem Bedarf“. Die Einheitsgemeinde habe dafür bereits vor Jahren ein Programm aufgelegt. Zunächst habe man alle Eigentümer von bebaubaren, aber nicht bebauten Grundstücken im Ortsinneren kontaktiert und um Rückmeldung gebeten, was zukünftig mit deren Grundstück erfolgen solle und ob eventuell eine Vermittlung von Interessenten gewünscht sei. Dank einer großen Bereitschaft der Eigentümer, darüber Auskunft zu geben und diese Daten zu veröffentlichen, sei ein Bauflächenkataster erstellt worden. Daraus gingen verfügbare private und öffentliche Baugrundstücke hervor.