Baum mit Symbolwert

Seit 40 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Thalfang und Villeneuve-la-Guyard in Burgund. Das haben die beiden Gemeinden gefeiert. Als sichtbares Zeichen ihrer langjährigen Freundschaft haben die Gemeindevertreter einen zweiten Partnerschaftsbaum auf dem Marktplatz gepflanzt.

Thalfang. (urs) Die Freundschaftsfeier von Thalfang und Villeneuve-la-Guyard ist nicht von langen Reden geprägt gewesen. Sie war vielmehr Abbild einer "Partnerschaft, die wirklich lebt", sagte Dominique Bourreau, Bürgermeister von Villeneuve-la-Guyard. Seit 40 Jahren pflegen Familien beider Gemeinden dieses Miteinander. "Meine besten Freunde leben hier", sagte Gerard Pechenot, Präsident des Partnerschaftskomitees von Villeneuve. Sein sehnlichster Wunsch sei es, für die Partnerschaft wieder mehr junge Leute zu begeistern. Wie die Freundschaft in 40 Jahren gewachsen ist, so soll auch ein von Villeneuve geschenkter Baumes gedeihen. Ein erster, damals an der Schule gepflanzter Baum, hatte dem Klima im Hunsrück nicht widerstanden. So ist die neue Pflanze doppeltes Zeichen für die stetige Arbeit an den Beziehungen. Christoph Grimm, Präsident des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz/Burgund, sagte, es sei etwas Besonderes, dass aus Feinden Freunde geworden seien. Partnerschaften seien "Bausteine im großen europäischen Gebäude der deutsch-französischen Freundschaft".

Das Miteinander habe gelehrt, "nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen", sagte Burkhard Graul, erster Beigeordneter von Thalfang. Nach den verheerenden Weltkriegen habe die Partnerschaftsbewegung geholfen, "eine gemeinsame Identität" aufzubauen. Michael Klee vom Arbeitskreis Partnerschaft ließ die "Pionierarbeit" der ersten Jahre Revue passieren. Die damaligen Treffen seien geprägt gewesen von den Spuren der Vergangenheit und sehr emotional verlaufen: "Insbesondere beim Abschied flossen Tränen in Strömen." Jahre später, als aus Euphorie Normalität geworden sei, hätten sie in gemeinsamen Seminaren Ideen für eine weiterhin lebendige Partnerschaft erarbeitet. Das Ergebnis waren laut Kollegin Andrea Koch Camps und Ausflüge mit Jugendlichen beider Orte. Allerdings hätten sie sich vonseiten der Jugend mehr Engagement gewünscht. Sehr aktiv sei die Partnerschaft des Collège Claude Debussy in Villeneuve und der Erbeskopf-Realschule-plus.

Mitbegründer Horst Hubert erinnerte an Verstorbene. Manche von ihnen, wie einer von einer deutschen Fliegerbombe für sein Leben gezeichnete Freund, seien wahre "Kämpfer für die Partnerschaft" gewesen. Mit Hubert nahmen weitere Mitbegründer an der von Gitarrist Elmar Ittenbach musikalisch begleiteten Feier teil: André Testard aus Ville neuve sowie Edwin Klee, Rudi Brück und der frühere VG-Bürgermeister Walter Freis, einziger noch lebender Unterzeichner der Urkunde. Applaus erntete Serge Antony, Partnerschaftskollege aus dem mit Pont-sur-Yonne befreundeten Morbach. Er bot an, in Sachen Jugendarbeit künftig gemeinsam mitanzupacken.