"Baustellen" der Zukunft

WITTLICH. Nicht nur weil die Einwohnerversammlung (der TV berichtete) selbst in einem Konversionsprojekt, dem Haus der Vereine, stattfand, ging es auch um die Frage: Was wird aus den ehemals militärisch genutzten Flächen? Zudem war die Oberstadt Thema.

Die Offiziers-Villen sind längst verkauft, die frühere Kaserne macht Platz für Edeka, Mischgebiet und auch Wohnen, die französische Schule soll sich in ein Wohngebiet verwandeln und auch die großen Wohnblocks sollen fallen. Ein Investor ist bereits dabei, die Öltanks auszugraben. Lothar Schaefer (Stadtwerke) gab den Wittlichern bei der Einwohnerversammlung noch ein Mal einen Überblick. "Edeka wird definitiv im November eröffnen. Der Kreisverkehr an der L 141 dürfte im Juni fertig sein, während der Arbeiten werden wir eine Umgehung bauen, so dass wir weder Ampeln noch Umleitungen brauchen", sagte der Stadtwerkechef. Er verwies darauf, dass am Rotenberg die Blocks verschwinden und für rund 90 Baustellen Platz machen sollen. Außerdem werde unterhalb des ehemaligen Offizierscasinos (Wellcome) eine Art Hotel entstehen plus ein Haus für Dienstleister. Generell sagte er zu den teils noch dem Bund gehörenden Liegenschaften: "Alle wissen, Zeit ist Geld und wollen schnellst möglich auf den Markt kommen." Ein Bürger wollte wissen, ob man sich auf dem ehemaligen Kasernengelände nicht auch eine Stadthalle vorstellen könne: "Ich traue mich kaum, die Frage zu stellen, weil Sie ja auch die finanzielle Seite der Stadt dargestellt haben. Aber Edeka hat ja einen sehr guten Standort gewählt, dessen Vorteile ja auch für eine Stadthalle gelten." Prinzipiell sei das schon möglich, meinte Bürgermeister Ralf Bußmer: "Aber das Problem ist unser defizitärer Haushalt und die laufenden Kosten von rund 180 000 Euro jährlich für eine Stadthalle." Herbert Daufenbach, merkte zum Thema Standortreservierung für eine Halle an: "Das würde ja bedeuten, dass wir wieder auf Jahre eine freie Fläche hätten, auf der nix gebaut wird." Daraufhin reagiert Zuhörer Willi Waxweiler: "Wenn ich die Antwort höre, dass Wittlich sich keine Halle leisten kann, ist es wichtig, dass sie sich wenigstens ein Rathaus leisten sollte. Nicht dass irgendwann ein neues Gesetz kommt, dass man Städten, die keine eigenes Rathaus haben, die Stadtrechte aberkennt." Bürgermeister Ralf Bußmer beruhigte in diesem Fall: "Der entsprechende Wille des Rates, ein eigenes Rathaus zu haben ist klar. Das befindet sich in Bearbeitung." Letzteres treffe auch für den Bereich Oberstadt zu, betonte Leo Kappes, der von den Interessenten sprach, die möglicherweise das mittlerweile Richtung ZOB erweiterte Grundstück ehemals Schumacher sowie den Alten Bahnhof übernehmen würden. In Bearbeitung ist auch noch die Verkehrsplanung in diesem Bereich, zu deren Ist-Zustand eine Wittlicherin vorschlug wegen der "fürchterlichen Situation zu Stoßzeiten" die alte Verbindung zur Kurfürstenstraße wieder zu öffnen. Ein anderer bemerkte: "Man braucht in Wittlich länger von der Post bis zum Stadthaus als durch Trier. Fahren Sie mal kurz vor fünf da durch!" Ralf Bußmer sagte: "Das dauert eine Ewigkeit. Sie haben meine Zustimmung. Das hat Priorität. Wir werden eine komplett neue Verkehrsführung hinlegen müssen."