Befragt endlich die Bürger selbst!
Das Land will eine Kommunalreform. In der Region stehen die kleinen Verbandsgemeinden Thalfang, Neumagen-Dhron, Kröv-Bausendorf, Manderscheid, Kelberg, Hillesheim, Obere Kyll, Arzfeld, Irrel, Kyllburg und Speicher auf der Abschussliste.
Die einzige, in der das Projekt vorangeht, ist Neumagen-Dhron - und das ganz unaufgeregt. Interessanterweise zeichnet sich dort eine Lösung ab, die von dem abweicht, was vom Innenministerium als idealtypisch angesehen wird: Nach Befragung der Bürger hat sich gezeigt, dass die einzelnen Gemeinden gut mit einer Auflösung der VG leben können. Kreisgrenzen, die das Land gerne unangetastet sähe, oder das von Mainz gewünschte Fusionieren der VG als Ganzes spielen dabei keine Rolle. Trittenheim zieht es in den Kreis Trier-Saarburg zur VG Schweich, Piesport nach Bernkastel-Kues.
Warum geht das nicht überall so? Es ist wissenschaftlich belegt, dass kleine Verbandsgemeinden ineffektiv und teuer sind. Ein Blick auf die Pro-Kopf-Verschuldung in der Region zeigt, dass Ausnahmen wie Speicher auch hier diese Regel bestätigen. Das Beispiel Neumagen-Dhron zeigt, dass man zu guten Vorschlägen kommt, wenn man die Ortsgemeinden und deren Bürger offen befragt und das Ganze nicht auf der Ebene der VG-Verwaltung und ihres Rates belässt, die ihre Existenz bedroht sehen. Daran, dass Bürger und Ortsgemeinden bei diesem Thema bisher nur eine untergeordnete Rolle spielen, sind die Vorgaben des Landes schuld. Diese müssten eindeutig besagen: Verbandsgemeinden, die zu klein sind, werden zum Stichtag X aufgelöst, zu welchem Kreis und welcher Verbandsgemeinde die Orte künftig gehören, wird vom Land auf der Grundlage einer Bürgerbefragung und einer Empfehlung des Ortsgemeinderates festgelegt.
Auch wenn der Aufschrei der Verbandsbürgermeister groß wäre: Es wäre ein effektiver und demokratischer Weg.