1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Behindertentoilette steht, Notrufschalter fehlt

Behindertentoilette steht, Notrufschalter fehlt

Landrat Gregor Eibes wollte die Behindertentoilette am Wittlicher Bahnhof mit Sponsorengeldern finanzieren. Doch er hat keine Sponsoren gefunden. Deshalb zahlen Kreis und Stadt die Kosten von rund 22 000 Euro je zur Hälfte. Demnächst soll sie geöffnet werden können.

Wittlich. Landrat Gregor Eibes hat keine Sponsoren für den Bau der Behindertentoilette am Wittlicher Bahnhof gefunden. Deshalb tragen der Kreis Bernkastel-Wittlich und die Stadt Wittlich die Kosten von 22 000 Euro nun selbst. Die Toilette soll demnächst der Öffentlichkeit übergeben werden. Das Spezialschloss ist installiert, nun muss noch ein Notrufschalter angebracht werden. Wann genau die Behindertentoilette dann zur Verfügung steht ist noch unklar.
Klar ist: freiwillig zahlen will keiner dafür. Gregor Eibes hatte im Mai des vergangenen Jahres angekündigt, für das Projekt auf Sponsorensuche zu gehen. Laut Kreisverwaltung hat er das auch gemacht - ohne Erfolg. Ein Toilettenbau habe sich als "wenig reizvoll für ein Sponsoring" erwiesen, sagt Mike Winter, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Außerdem hätte man keine Spendenquittung ausstellen können, mit denen ein Sponsor steuerliche Vergünstigungen hätte geltend machen können.
Mit 22 000 Euro ist die Toilette rund doppelt so teuer geworden wie anfangs geplant - im Mai 2013 hatte die Kreisverwaltung noch mit 11 000 Euro gerechnet. Die höheren Kosten erklärt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung, damit, dass man sich gegen die ursprüngliche Idee entschieden hat, eine mobile Toilette anzuschaffen. Stattdessen wurde das Häuschen neben dem Empfangsgebäude zur Toilette umgebaut - ein ehemaliger Kiosk, den die Deutsche Bahn zur Verfügung gestellt hat. Auch die Stadt Wittlich hat sich für das Projekt stark gemacht, zumal Ehrenbürger Heinz-Günter Heinz dahinter blieb. Bürgermeister Joachim Rodenkirch hielt den Stadtrat stets auf dem Laufenden über den Stand der Dinge.
Mit dem Bau der Behindertentoilette geht eine lange Geschichte zu Ende: Für 6,2 Millionen Euro ist der Bahnhof barrierefrei umgebaut worden. An den Kosten hat sich das Land mit 420 000 Euro beteiligt, die Stadt mit etwa 270 000 Euro. Die Deutsche Bahn trug davon 5,5 Millionen Euro - sie finanzierte unter anderem Aufzüge zu den Bahnsteigen, weigerte sich aber, für eine Behindertentoilette aufzukommen. Torsten Sälinger, Sprecher der Bahn, weist darauf hin, dass die Reisenden die Toiletten in den Zügen nutzen könnten. "Die Deutsche Bahn ist darüber hinaus grundsätzlich nicht für den Betrieb von öffentlichen Toiletten zuständig."
Für die Toilette starkgemacht hatte sich unter anderem der Beirat für Menschen mit Behinderung. Deren Vorsitzender Artur Greis sagt: "Meiner Meinung nach wäre die Bahn für die Toilette zuständig gewesen. Die sagen immer, sie hätten Toiletten in den Zügen - aber wir haben zumindest in der Vergangenheit gesehen, dass die oft geschlossen waren." Wann die Toilette der Öffentlichkeit übergeben wird, steht noch nicht fest. Mit ihrer Eröffnung werden die Bauarbeiten am Wittlicher Bahnhof abgeschlossen sein - mit rund einem Jahr Verspätung. Denn ursprünglich sollte der Bahnhof bereits im Sommer 2013 fertig sein. Zu Verzögerungen kam es laut Deutscher Bahn unter anderem wegen Lieferschwierigkeiten des Aufzuglieferanten.