Bei Anruf Hilfe

Der Kreis Bernkastel-Wittlich plant die Teilnahme an der Behördenrufnummer 115. Dort können Bürger Infos bekommen.

Bernkastel-Wittlich Wann hat welche Behörde geöffnet, wo bekomme ich meine gewünschte Information, wer ist für mein Anliegen zuständig? Antworten auf Fragen wie diese können Bürger mit einem Anruf bei der zentralen Behördenrufnummer 115 bekommen. An diesen Service könnte künftig auch die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich angeschlossen sein — falls der Kreistag einer dahingehenden Empfehlung des Kreisausschusses folgt. Diese rät dazu, dass die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich ab dem 1. Januar 2018 Teilnehmer des Service-Centers in der Kreisverwaltung Cochem-Zell wird. Cochem-Zell ist eines von fünf verschiedenen Service-Centern in Rheinland-Pfalz: Dazu gehören Trier, Koblenz, Mainz, Ludwigshafen und seit dem 11. Mai eben auch die Kreisverwaltung Cochem-Zell (siehe Info).
In diesen Service-Centern haben sich mehrere Kommunen zusammengeschlossen. Dem Service-Center Cochem-Zell will sich laut Sitzungsvorlage neben Bernkastel-Wittlich auch der Landkreis Altenkirchen anschließen. Denn gegenüber dem Alleinbetrieb spare das Kosten. Laut Vorlage belaufen sich diese für den Kreis je nach der Zahl der Anrufe auf rund 4900 bis 10 000 Euro in den nächsten beiden Jahren. An das Angebot der Behördennummer sind einige Versprechen geknüpft, die für den Anrufer Behördenanfragen vereinfachen: Die 115 ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar. 75 Prozent der 115-Anrufe sollen innerhalb von 30 Sekunden durch einen Mitarbeiter angenommen, 65 Prozent der 115-Anrufe beim ersten Kontakt beantwortet werden. Wenn nicht, erhält der Anrufer innerhalb von 24 Stunden während der Servicezeiten eine Rückmeldung, je nach Wunsch per E-Mail, Fax oder Rückruf.
In der Kreisverwaltung in Wittlich soll nach der Teilnahme an der 115 der Service nicht zurückgefahren werden: Die Bürgerberatung innerhalb der Kreisverwaltung und die dort betriebene Telefonzentrale werden auch nach Einführung der 115 weiterhin bestehen bleiben.
Die zentrale Service-Nummer 115 kann auch als Unterstützung für künftige Online-Angebote der Verwaltungen dienen. Denn laut Online-Zugangsgesetz des Bundes sind Bund und Länder verpflichtet, bis 2022 ihre Verwaltungsleistungen auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten und diese miteinander zu einem Portalverbund zu verknüpfen. So sollen Bürgern die Leistungen des Verbundes mit einem einzigen Nutzerkonto in Anspruch nehmen können. Voraussichtlich in der nächsten Sitzung am Montag, 6. November, so Kreissprecher Manuel Follmann, soll der Kreistag die Teilnahme am Service-Center in der Kreisverwaltung Cochem-Zell beschließen.Extra: DIE ZENTRALE BEHÖRDENNUMMER 115


An der zentralen Behördennummer 115 beteiligen sich derzeit mehr als 470 Kommunen, zahlreiche Landesbehörden sowie die gesamte Bundesverwaltung mit mehr als 88 Behörden und Institutionen. Ebenso haben sich bereits einige weitere Institutionen und Verbände der 115 angeschlossen. Alle Teilnehmer stellen Informationen in der 115-Wissensdatenbank bereit. Anrufer erhalten somit Antworten zu Fragen aller Verwaltungsebenen. Die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg haben zum 1. September 2010 die zentrale Behördennummer 115 eingeführt. Dort fällt die Bilanz zu der Nummer bisher positiv aus.