Bei der Neugestaltung des Schulgeländes der IGS Morbach reden Schüler mit

Schule : Morbacher Kinder sprühen vor Kreativität

Bei der Neugestaltung des Schulgeländes der Integrierten Gesamtschule haben die Schüler ein Wörtchen mitzureden. Nun haben sie anhand selbstgebauter Modelle ihre Ideen präsentiert.

Kletterwand, Baumhaus und „Wall of Fame“ – dies sind nur drei der zahlreichen Ideen, die die Schüler der IGS Morbach für die Gestaltung des neuen Schulgeländes haben. Anfang des Jahres wurde der Schule die Erlaubnis für die Neugestaltung erteilt. Der wohl wichtigste Schritt dorthin gelang im Herbst 2018, als Eric Nykiel (49) und Anja Dibjick (47), die beiden Organisationsleiter der IGS, im Rahmen einer Fortbildung auf den gemeinnützigen Verein „Naturspur“ stießen. Der Verein besteht seit 15 Jahren und hat das Ziel, Bau und Pädagogik zu verknüpfen. Bereits 150 Projekte hat „Naturspur“ unterstützt und dies wird der aus der Vorderpfalz stammende Verein auch bei der Neugestaltung der Morbacher IGS tun. Hierbei werden zunächst die Vorstellungen der Schüler aufgegriffen und von diesen werden so viele wie möglich im Bauplan von „Naturspur“ berücksichtigt.

„Die Kinder sollen das Gefühl haben, dass sie mit einbezogen werden“, sagt die Mitgründerin von „Naturspur“, Petra Moser (51). Sie hofft, dass die Kinder und Jugendlichen nach der Fertigstellung des neuen Schulgeländes vier Faktoren spüren: „Bewegung, Rückzug, Natur und Kreativität.“ Nach der „Sortierung aller Gestaltungsideen“, wie Moser es formuliert, werde „Naturspur“ für die Morbacher Schule eine Kostenkalkulation erstellen. Einen Teil finanziert der Förderverein der IGS. Ansonsten soll die Finanzierung mithilfe von Sponsoren erfolgen. Auch bei der Sponsorensuche werde laut Moser die IGS Morbach von „Naturspur“ unterstützt. „Wir sind froh, dass wir den Verein als Hilfe haben“, sagt Nykiel.

Am Tag der „Planungswerkstatt“ fertigten etwa 100 Schüler aus verschiedenen Klassenstufen auf Holzplatten Modelle an, in denen sie ihre Gestaltungsideen zum Ausdruck gebracht haben und präsentierten diese im Anschluss. Die jungen Schüler aus den fünften und sechsten Klassen wünschen sich vor allem Spielgeräte wie eine Rutsche oder Kletterwand. Aber auch die Natur ist ihnen wichtig, weshalb sie eine Blumenwiese für Insekten wünschen. Außerdem würden sie sich gerne im Schulalltag sportlich betätigen, zum Beispiel auf einem Volleyball- oder größerem Fußballfeld als bisher. Und für das „Schulmaskottchen“ Ajax, der Hund von Nykiel, wünschen sich die Kinder ein Hundehaus.

Auch die Schüler aus der Mittelstufe (ab der siebten Klasse) zeigten sich kreativ und schlugen eine „Natur­ecke“ inklusive Barfußbad sowie eine „Actionecke“, unter anderem bestehend aus einer Seilbahn und einer Wippe, vor. Des Weiteren wurde ein Klassenraum im Freien genannt, damit der Unterricht bei sonnigen Tagen auch draußen stattfinden kann. Für die Schüler aus der Oberstufe ist der Wohlfühlfaktor sehr wichtig, weshalb sie eine höhere Anzahl an Sitzgelegenheiten vorschlugen, beispielsweise in Form eines Baumhauses. Eine weitere Möglichkeit aus Sicht der älteren Schüler sei eine Überdachung der schulnahen Bushaltestelle, damit man sich an nassen Tagen unterstellen kann und es im heißen Sommer einen Sonnenschutz gibt. Als Letztes präsentierten die Jugendlichen anhand ihres Modelles einen „Walk of Fame“, an dem die Abschlussklassen verewigt werden sollen.

Möglichst viele dieser Ideen möchte „Naturspur“ in den Konzeptionsplan aufnehmen. Sowohl für den Verein, als auch die Schule hat dieser Aspekt eine große Bedeutung. „Es ist wichtig, dass die Ideen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt werden, damit das Gelände später von ihnen wertgeschätzt wird“, so Dibjick.

Der Bau wird an mehreren Stellen erfolgen, da die Schule nicht über einen großen Schulhof, sondern über mehrere Pausenorte verfügt. Das Asphaltieren des flächenmäßig größten Aufenthaltsortes im kommenden Jahr stemmt die Kreisverwaltung als Schulträger, dann soll auch das Großprojekt „Neukonzeption des kompletten Schulgeländes“ starten. Doch Nykiel und Dibjick betonen, dass das Projekt langfristig ausgelegt sei und „Schritt für Schritt“ angegangen werde. Schüler und Lehrer werden an Projekttagen den Bau durchführen und Wochenenden werden genutzt, an denen dann auch die Eltern der Kinder tatkräfig mithelfen können.

Durch den Tag der „Planungswerkstatt“ ist der erste Schritt getan. Die Kinder und Jugendlichen haben eindrucksvoll gezeigt, dass es für das zukünftige Schulgelände nicht an Ideen mangelt.

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