Bei Wittlicher Senioren macht es klick!

Bei Wittlicher Senioren macht es klick!

Hans-Peter Pesch macht im Wittlicher Internet-Treff Klick Senioren im Umgang mit dem Netz vertraut. Das Interesse ist groß, und viele Teilnehmer kommen wieder.

Wittlich. "Ausdauer, Wissbegierigkeit, Neugier" sind laut Hans-Peter Pesch die Attribute, die man beim "Erlernen" des Internets braucht. Der ehemalige Soldat gründete 2008 auf eigene Initiative einen kostenlosen Internetkurs für Senioren und leitet ihn seitdem ehrenamtlich. Schon Dutzende Menschen in der zweiten Lebenshälfte, wie er es beschreibt, hat der ausgebildete Senior-Trainer zu Internetnutzern gemacht. Eine von ihnen ist die 68-jährige Hiltrud Valerius. Sie hatte bei ihrer Arbeit nie mit einer Schreibmaschine zu tun. Nun ist es schon der dritte Computerkurs, den sie belegt. Sie sagt, dass sie schon "viel gelernt" habe. Im Vorhinein war nicht klar, wie viele zur Informationsveranstaltung tatsächlich kommen. Aber die hohe Nachfrage von knapp 30 Teilnehmern sorgt dafür, dass fast alle Plätze in der Caritas-Begegnungsstätte belegt waren.
87-Jähriger ältester Teilnehmer


An zwei Terminen pro Woche wird an sechs Rechnern und zwei Laptops künftig der Internetzugang ermöglicht. Einige haben sich selbst schon Laptops gekauft und mitgebracht. Die Teilnehmer kommen aus dem ganzen Einzugsgebiet Wittlichs, der älteste Teilnehmer war 87 Jahre alt. Auch Marianne Ludwig (57) befindet sich unter ihnen. Sie sagt, dass ein Volkshochschulkurs ihr für den Umgang mit dem Internet nicht viel gebracht habe und dass sie sich deshalb lieber hier anmelde. Die Informationsveranstaltung orientiert sich an den Interessen der Besucher. Reisen, Wetter und E-Mail-Versand stehen im Vordergrund, aber auch Skype und Facebook interessieren die Senioren.
Einige sind keine Neulinge mehr und wissen Anekdoten über ihren Umgang mit dem Internet zu erzählen. Sie besuchen den Kurs in den kommenden acht Wochen nochmals, um ihre Kenntnisse zu vertiefen. Obwohl die Kinder der meisten Teilnehmer sich gut mit dem Internet auskennen, fehlen ihnen oft Zeit und Geduld für Erklärungen, berichten einige Senioren. Auch der soziale Aspekt kommt nicht zu kurz bei den Internet-Treffen. In der Begegnungsstätte ist die Atmosphäre ungezwungen und es gibt ein Café. Obwohl er keinen strikten Kurs-Charakter aufkommen lassen will, legt der Senior-Trainer darauf Wert, dass die Treffen "nicht in Kaffeekränzchen ausarten". Ermüdende Wiederholungen des Stoffes werden vermieden, so dass es zügig vorangeht, der Inhalt aber nachvollziehbar bleibt. Wichtig für die Senioren sind auch Gefahren, die im Netz lauern. Misstrauen ist angebracht, Angst jedoch unnötig. "Er macht das echt gut", raunen sich zwei Damen im Publikum zu. niv