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Beifall für 9,5 Millionen-Investition

Beifall für 9,5 Millionen-Investition

Die Erbeskopf-Realschule plus in Thalfang wird für 9,5 Millionen Euro saniert. Das hat der Verbandsgemeinderat einstimmig beschlossen. Der Anteil der Verbandsgemeinde beträgt rund sieben Millionen Euro. Vor der Entscheidung hatten Eltern und Schüler Bürgermeister Marc Hüllenkremer 1702 Unterschriften übergeben, um auf die Dringlichkeit hinzuweisen.

Thalfang. 120 Bürger im Bürgerhaus Thiergarten klatschten Beifall, als am Mittwochabend alle Mitglieder des VG-Rats Thalfang die Hände hoben. Einstimmig votierten sie für die Sanierung der Erbeskopf-Realschule plus in Thalfang. 9,5 Millionen kostet die Maßnahme, mit der im Sommer kommenden Jahres begonnen werden soll. Zuvor hatte Schulelternsprecher Andreas Roth im Namen der Schulgemeinschaft Bürgermeister Marc Hüllenkremer eine Liste mit 1702 Unterschriften überreicht. An den VG-Rat gewandt sagte Roth: "Wir haben in den vergangenen Jahren alles getan und gesagt, um die baldige Sanierung unserer Schule voranzutreiben. Jetzt sind Sie an der Reihe, nachdem alle Fraktionen unsere Schule als ihr Hauptthema bei den Wahlen genannt hatten." Die umfangreichen Baumaßnahmen sollen im Sommer 2015 beginnen und rund 18 Monate dauern. Läuft alles nach Plan, kann das Schulgebäude um Ostern 2017 bezogen werden. Während dieser Zeit werden die Schüler - derzeit sind es 280 - in mehreren Containern neben dem Schulgebäude untergebracht und dort unterrichtet. Das kostet allein knapp 500 000 Euro. Am teuersten sind Maßnahmen, um die vom Gesetzgeber geforderten Brandschutzauflagen zu erfüllen. Die über 40 Jahre alte Schule erhält zwei Fluchttreppenhäuser. Ferner werden die Toiletten erneuert, ebenso alle Fenster, Türen und die Beleuchtung. Eine neue energiesparende Heizungsanlage wird eingebaut. Zunächst gescheitert

Die Thalfanger Kommunalpolitik befasst sich seit 2005 mit dem Thema Schulsanierung. Das Vorhaben war zunächst gescheitert, weil die Architektenleistungen nicht europaweit ausgeschrieben wurden. Dann gab es Probleme, weil die Schule die geforderte Dreizügigkeit nicht nachweisen konnte. Schließlich erteilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier eine Ausnahmegenehmigung (der TV berichtete). Derzeit gibt es nur in den Stufen sechs und sieben drei Klassen. Auch die Finanzierung stand lange auf wackligen Füßen. Die Verbandsgemeinde wollte die Trägerschaft der Schule an den Kreis abgeben, was dieser aber ablehnte. Begründung: Mehrere Gemeinden in der VG Thalfang wollen im Zuge der Gebietsreform in andere Landkreise wechseln. Die Kosten der Sanierung trägt nun die mit fast 20 Millionen Euro verschuldete Verbandsgemeinde. Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Für den ersten Abschnitt, in dem die zuwendungsfähigen Kosten enthalten sind, gibt es Zuschüsse - knapp zwei Millionen Euro vom Land und 330 000 Euro vom Kreis. Den Eigenanteil muss die Verbandsgemeinde komplett über Kredite finanzieren. Meinung

Der Preis ist hoch9,5 Millionen Euro kostet die Sanierung einer Schule. Und die Hauptlast trägt eine Verbandsgemeinde, die so hoch verschuldet ist wie keine andere im Kreis. Aber was wäre die Alternative? Die Schule dichtmachen? Kein Kommunalpolitiker in Thalfang will das. Der ebenfalls hoch verschuldete Kreis hat es abgelehnt, die Schulträgerschaft und damit die Sanierungskosten zu übernehmen. Er befürchtet, dass einige Gemeinden im Zuge der nächsten Gebietsreform aus dem Kreis ausscheren. Für die Ortsgemeinde Thalfang ist die Schule von allergrößter Bedeutung. Sie braucht eine Infrastruktur mit Kindergärten, Arztpraxen, Läden u n d einer weiterführenden Schule, um für die Bürger attraktiv zu bleiben. Der Preis - unfassbare 9,5 Millionen Euro - ist aber sehr hoch. w.simon@volksfreund.de