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Beim Raufen fair bleiben und Spaß haben

Beim Raufen fair bleiben und Spaß haben

TRABEN-TRARBACH. (red) Raufen macht Spaß – oder cool bleiben und fair handeln: Unter diesem Motto hatten die Schüler der Klassenstufen fünf und sechs der Mont-Royal-Hauptschule Traben-Trarbach die Chance, Methoden kennen zu lernen, wie Raufen sogar Spaß machen kann, was für viele erst einmal sehr irritierend war.

"Cool bleiben - fair handeln" lautete das Motto des ersten Gewaltpräventions-Parcours der Mont-Royal-Hauptschule, der von Schulsozialarbeiterin Yvonne Fries mit der Unterstützung ihrer Schulsozialarbeiter-Kollegen Nadine Neuls und Oswald Steines des Kreises durchgeführt wurde. Zudem betreuten Schülerinnen der neunten Klassen sowie Praktikant Faredin Amedovski der Hauptschule die acht Gruppen. Worum ging es genau? Die Schüler der beiden fünften und sechsten Klassen durchliefen einen Parcours mit vier Stationen. In den Stationen konnten sie sich darin üben, mit Wut als ganz natürlicher Empfindung konstruktiv umzugehen, nach Regeln zu kämpfen und über die alltäglich benutzten Schimpfwörter und deren Wirkung nachzudenken. In der Station "Raufen macht Spaß" hatten die Schüler den Auftrag, mit gepolsterten Schlägern gegeneinander zu kämpfen und richtig zuzuschlagen und dabei darauf zu achten, dass alle Beteiligten Spaß hatten. Klar wurde, dass dies nur unter Einhaltung gewisser Regeln - etwa nicht treten, nicht ins Gesicht und den Unterleib schlagen, nicht spucken - möglich war. Diese von den Schülern selbst aufgestellten Regeln wurden von allen eingehalten und kontrolliert. Zudem wurde von allen Schülern akzeptiert, dass beim Verlassen der "Kampfarena" der Kampf beendet ist. In der zweiten Station hatten die Schüler den Auftrag, möglichst für jeden Buchstaben des ABC ein Schimpfwort zu finden. Dies fiel ihnen natürlich nicht schwer, und sie sammelten nach Herzenslust Schimpfwörter von lustig bis gemein. Anschließend mussten sie diese Schimpfwörter bewerten: Welche sind lustig, harmlos oder sogar verletzend? Schnell wurde deutlich, dass jeder eine unterschiedliche Auffassung über die Wirkung der einzelnen Schimpfwörter hat. Darüber hinaus stellten die Schüler fest, wie sorglos sie täglich solche Schimpfwörter benutzen und dass es besser wäre, verletzenden Schimpfwörter zu verbannen. In der dritten Station ging es darum, seinen Mitschüler durch Ziehen dazu zu bekommen, in einem Parcours aus Kegeln nichts umzustoßen. Die Schüler mussten sich an den Händen gefasst um die aufgestellten Kegel herum stellen und versuchen, möglichst keinen Kegel umzustoßen. Auch in dieser Station wurde den Schülern schnell bewusst, dass sie sich auch hierbei auf gemeinsame Regeln einigen mussten, denn die Schüler zogen sich wie wild durch den Raum, und wer einen Kegel umstieß, musste den Kreis verlassen. In der letzten Station hatte jeder die einmalige Chance, mal so richtig vor Wut zu platzen. Hier konnten die Schüler verschiedene Methoden zum richtigen Umgang mit Wut ausprobieren. Sie konnten ihre Wut auf Luftballons schreiben und diese zum Platzen bringen, ihren Wutzettel in den Müll werfen oder durch den Papierwolf jagen. Anschließend bewerteten die Schüler diese Methoden und überlegten Möglichkeiten, diese in ihrem Schulalltag zu integrieren. Warum Gewaltprävention bereits in der Orientierungsstufe? Prävention kann und sollte nach Auffassung der Hauptschule so früh wie möglich ansetzen. Auch in den Klassenstufen fünf und sechs sammeln die Schüler bereits erste Erfahrungen mit Gewalt. Ziel ist es also, den Schülern möglichst frühzeitig Methoden und Wege des richtigen Umgangs mit Wut und auch Gewalt zu vermitteln. Denn eines wurde an diesem Vormittag schnell deutlich: Raufen kann sogar Spaß machen, wenn sich alle an die Regeln halten. Der Parcours soll künftig fester Bestandteil der präventiven Arbeit an der Mont-Royal-Hauptschule sein.