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Beratung für Winzer unter einem Dach

Beratung für Winzer unter einem Dach

5,8 Millionen Euro hat das Land in das Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues investiert, das heute eröffnet wird. Forschung, Beratung und Lehre bekommen dadurch einen neuen Stellenwert. Die Winzer, die sich in den Steillagen abmühen, sollen in Zukunft davon profitieren.

Bernkastel-Kues. Gearbeitet wird im Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues bereits seit Oktober. Während der Weinlese wurde eine 200 000 Euro teure Maschine ausprobiert, die faule von gesunden Trauben trennt (der TV berichtete). In dem Gebäude wird geforscht und getestet - und nicht verwaltet.

Und das soll auch so bleiben. Schließlich betreibt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel (DLR) dort eine Versuchskellerei. In den acht Hektar Weinbergen werden Maschinen, Rebsorten und Pflanzenschutzmittel getestet. Mit der Fertigstellung des Gebäudes können diese Arbeiten noch intensiver betrieben werden (siehe Extra).

Am heutigen Freitag ist aber erst einmal Feiertag. Etwa 200 Gäste, unter ihnen der rheinland-pfälzische Weinbauminister Hendrik Hering (SPD) und die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverbraucherministerium, Julia Klöckner (CDU), werden bei der offiziellen Eröffnung des Steillagenzentrums dabei sein.

5,8 Millionen Euro hat das Land in den Neubau investiert, von dem in Zukunft wichtige Impulse für den Weinbau in den Steillagen in Rheinland-Pfalz ausgehen sollen. Die Bauarbeiten dauerten etwas mehr als zwei Jahre.

Lange Zeit sei versprochen worden, etwas für den Steillagenweinbau zu tun, sagt Rolf Haxel, Präsident des Weinbauverbandes Mosel. "Jetzt wird es in die Tat umgesetzt. Damit ist der Erhalt des Steillagenweinbaus auch eine gesellschaftliche Aufgabe." An Mosel, Saar und Ruwer weisen von den etwa 9000 Hektar Rebfläche 3800 Hektar eine Hangneigung von mehr als 30 Prozent auf.

Es gibt auch lokale Aspekte. "Das trägt zur Sicherung des Standorts Bernkastel-Kues als Weinzentrum der Mosel bei", sagt Martin Kerpen, Vorsitzender der mehr als 30 Betriebe umfassenden Weingütervereinigung Bernkasteler Ring. Er hofft auf wichtige Impulse für die Winzer.

"Wichtig ist auch, dass Bernkastel-Kues das Zentrum für die Winzerausbildung bleibt", erläutert er. Derzeit werden hier 145 Weinbauschüler unterrichtet.

Der Betrieb von Winzer Josef Zimmermann liegt nur etwa 150 Meter vom Steillagenzentrum entfernt. "Ich war im Herbst schon da und habe mir die neue Sortiermaschine angeschaut", sagt er. Zimmermann hat sich schon in der Vergangenheit bei den DLR-Fachleuten Rat geholt. "Das werde ich auch in Zukunft tun. Es ist wichtig, über den Tellerrand zu schauen."

"Das Land setzt mit dem Steillagenzentrum ein Zeichen", sagt der Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Die wichtige Verbindung zwischen Weinbau und Tourismus werde weiter gestärkt. ExtraIm Steillagenzentrum werden erstmals für das gesamte Anbaugebiet die weinbaulichen Kompetenzen unter einem Dach zusammengefasst: die Versuchskellerei, das weinchemische Labor, die Berufsbildende Schule Weinbau sowie die Beratung für Weinbau und Oenologie (Schwerpunkt Steillagenweinbau) für die Anbaugebiete Mosel und Ahr. Zwei weitere Bausteine: Das Julius-Kühn-Institut (früher: Biologische Bundesanstalt) erhält dort eine Forschungsstation. Die Gruppe "Entwicklung Ländlicher Raum", die unter anderem das Dachmarken-Projekt "Mosel" begleitet, wird ebenfalls dort ihren Sitz haben. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel hat insgesamt 220 Beschäftigte an verschiedenen Standorten (Bernkastel-Kues, Trier, Bitburg, Mayen, Simmern, Bad Kreuznach, Neustadt). Alleine in Bernkastel-Kues sind 110 Mitarbeiter beschäftigt. Die knapp 40 Weinbau-Fachleute arbeiten nun im Steillagenzentrum. (cb)