Berglicht möchte eine Million Euro investieren

Berglicht · Vier Jahre nach Einweihung des Gemeindehauses plant Berglicht ein neues Großprojekt. Sofern die Zweckverbandsgemeinden dem Erweiterungsplan für den Kindergarten zustimmen, wird sich die Windkraftkommune daran mit 800 000 Euro beteiligen. Weitere 150 000 Euro für den Abriss eines Nachbarhauses will der Ort allein stemmen.

Die Fahrbahn in der Straße „Auf der Dell“ soll erneuert werden. TV-Foto: Ursula Schmieder

Berglicht. Der Ortsgemeinderat Berglicht hat den Haushaltsplan 2011 einstimmig beschlossen. Dem Zahlenwerk drückt ein Projekt seinen Stempel auf: die Erweiterung des örtlichen Kindergartens. Wie mehrfach berichtet, plant der Träger, der Zweckverband Kindertagesstätte Berglicht, schon länger einen auf die Bedürfnisse von Kleinkindern zugeschnitten Umbau. Denn ab 2013 werden auch Einjährige einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz haben.
Die Windkraft machts möglich


Die Verbandsmitglieder Berglicht, Breit, Büdlich, Schönberg und Neunkirchen sind sich daher grundsätzlich einig, dass Handlungsbedarf besteht. Bisherige Pläne hatten aber keine generelle Zustimmung gefunden. Der Berglichter Rat hat sich im Juni für eine Variante ausgesprochen, die den Abriss des benachbarten ehemaligen Lehrerhauses mit einschließt (der TV berichtete). Laut Planung soll allein der Kindergartenumbau 1 184 000 Euro kosten. Die Standortgemeinde müsste davon 799 200 Euro (67,5 Prozent) tragen. Für den restlichen Betrag wären die anderen Verbandsmitglieder in der Pflicht, deren Entscheidung dazu aber noch aussteht. Die Abrisskosten für das Nachbarhaus will die Kommune allein stemmen.
Für ihre sechs Windräder erhält die Gemeinde jährlich Pacht in Höhe von 89 800 Euro. Darüber hinaus werden für drei weitere, in einem Windvorranggebiet vorgesehene Anlagen 75 000 Euro pro Jahr erwartet. Ohne Windkraft wäre das Kindergarten-Projekt nicht realisierbar, ist sich Ortsbürgermeister Gerhard Oberweis bewusst. Die für den Abriss im Haushalt eingestellten 150 000 Euro schließen die Platzgestaltung sowie das Schaffen einer Wendemöglichkeit für Fahrzeuge mit ein. Im Rahmen der Ortskernentwicklung will die Gemeinde Fördermittel beantragen. Abgesehen von diesem Großprojekt soll in diesem Jahr die Fahrbahn der Straße "Auf der Dell" erneuert werden. 33 000 Euro sind dafür eingeplant. Weitere 8000 Euro sieht der Haushalt für die Jugendarbeit vor. Finanziert werden die Investitionen von gesamt 992 693 Euro größtenteils über rund 897 000 Euro Kredit. Die Schulden von 665 000 Euro zu Beginn des Jahres - Berglicht hat vor vier Jahren ein neues Gemeindehaus eingeweiht - werden sich dadurch auf voraussichtlich 1,53 Millionen Euro erhöhen.
Trotz der soliden Einnahmesituation ergibt sich bei den Pflichtaufgaben ein Defizit. Bei 574 139 Euro Erträgen und 620 777 Euro Aufwendungen fehlen 46 638 Euro. Allerdings tragen dazu rein rechnerische 78 850 Euro bei, die seit Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) als Wertminderungen des Gemeindevermögens (Abschreibungen) zu buchen sind. Ebenfalls der Doppik geschuldet ist die vom Rat beschlossene Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2009. Die Bilanzsumme - Vermögenswerte wie Gebäude, Grundstücke, Straßen, Plätze, Fahrzeuge, Ersatzteile, Mobiliar, Computer oder Besteck - beträgt 4,2 Millionen Euro. Das Eigenkapital - Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten - beträgt zwei Millionen Euro. Kämmerer Michael Suska bezeichnete den prozentualen Anteil vonn 48 Euro als "gute Eigenkapitalausstattung", die sich nach Abschluss des Zweckverbandsetats noch erhöhen werde.