Berglichter Junglandwirt punktet bei Wettbewerb

Aus dem Archiv Juni 2019 : Junglandwirt punktet bei Wettbewerb

Einer der besten deutschen Nachwuchs­landwirte stammt aus dem Hunsrück: Lukas Kimmling aus Berglicht. Bei den Deutschen Meisterschaften der Agrarwirtschaft landete er unter den besten 20.

Er ist 19 Jahre alt, wollte schon immer Landwirt werden und ist bei der Kommunalwahl sogar in den Thalfanger Verbandsgemeindrat gewählt worden: Lukas Kimmling bleibt seiner Heimat verbunden und gehört seit kurzem zu den besten Nachwuchs-Landwirten der Bundesrepublik. Kimmling hatte sich für den Bundesentscheid des Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend 2019 qualifiziert, der Anfang Juni in Herrsching (Bayern) ausgetragen wurde. In der ganzen Republik hatten sich bei den deutschen Meisterschaften der Agrarwirtschaft mehr als 10 000 junge Menschen miteinander gemessen.

Beim Finale musste der junge Mann, der auf dem Kellerjakobshof von Markus Eiden in Hermeskeil den Beruf des Landwirts erlernt, in Berufstheorie und -praxis seine Kenntnisse beweisen. Auch sein Allgemeinwissen und seine Präsentationfähigkeiten wurden im Finale des 34. Berufswettbewerbs bewertet.

Auf landwirtschaftlichen Betrieben in Landsberg und Achselschwang war sein analytischer Blick gefragt. Umgeben von Rindern nahm Lukas Kimmling nicht nur den Tierkomfort im Stall unter die Lupe, sondern kontrollierte auch einen fremden Getreideschlag auf Schädlinge und Krankheiten. Für die dritte praktische Aufgabe – das Geschicklichkeitsfahren mit moderner Erntetechnik – stieg er auf einen Feldhäcksler um.

Der Berglichter hielt den kritischen Blicken der Prüfer stand und vereinte am Ende 74,60 Punkte auf sich. Damit ist er in der Rangliste der besten Junglandwirte in Ausbildung in der Bundesrepublik an 17. Stelle. In den fast vier Monaten seit Beginn habe er viele Erfahrungen gesammelt, die ihn persönlich voranbringen, sagt er rückblickend. Zudem habe er im Wettbewerb neues Wissen erlernt und auch ein Netzwerk aufgebaut, wovon er in Zukunft profitieren könne.

Landwirt wollte er schon immer werden. „Der Spaß an der Landwirtschaft kommt von meinem Vater, der früher Landwirt war. Später habe ich dann unserem Nachbarn geholfen. Natur, Tiere und Maschinen machen mir Spaß. Ich wollte schon als Kind Landwirt werden,“ sagt Lukas Kimmling. Nach seiner Ausbildung will er einen Abschluss zum Techniker machen und selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb führen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, denn die Investitionen für einen eigenen Hof mit Maschinen und Grundbesitz sind hoch. „Das kann deutlich mehr als eine Million Euro kosten“, sagt Kimmling. Deshalb sei es wirtschaftlicher, mit Gleichgesinnten eine Betriebsgemeinschaft zu gründen oder einen Hof zu pachten, was den Nachteil habe, dass einem dann der Grund und Boden nicht gehöre.

Lukas Kimmling ist einer der besten Junglandwirte in Ausbildung. Foto: TV/BDL/Carina Gräschke
Der Berufswettbewerb wird seit den 1950er Jahren ausgetragen. Mehr als 100 Teilnehmer sind diesmal angetreten. Foto: TV/BDL/Carina Gräschke

Wo Kimmling seinen Hof gründen will? „Ich will schon in der Region bleiben, weil ich mich der Heimat verbunden fühle. Deshalb habe ich ja auch für den Verbandsgemeinderat kandidiert“, sagt er.

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