Bergstraße: Anwohner fürchten Verkehr und Kosten

Bergstraße: Anwohner fürchten Verkehr und Kosten

Nachdem das Thema bereits vertagt worden war, soll es in der Stadtratsitzung in Traben-Trarbach am 6. Juli, 18 Uhr im Alten Bahnhof, beschlossen werden. Es geht um den heftig umstrittenen Ausbau der Bergstraße.

Traben-Trarbach. Es dürfte einer der bedeutenden Punkte der Tagesordnung der Stadtratsitzung in Traben-Trarbach werden: Als Tagesordnungspunkt 6 soll über den Ausbau der Bergstraße beschlossen werden. Neben der Fahrbahn soll dort auch der Kanal erneuert werden, um das Neubaugebiet Königsberg zu erschließen. Die Bergstraße soll also voll ausgebaut werden.Damit kommen Kosten auf die Anwohner zu. Das finden viele Betroffene ungerecht und haben sich deshalb zu einer Interessengemeinschaft (IG) zusammengeschlossen.Dieter Wolf von der IG teilte dem TV mit, dass sich bei einer Anlieger- und Eigentümerversammlung die Mehrheit von 36 Teilnehmern gegen den Vollausbau ausgesprochen haben. Vier Punkte, begründen den Unmut der Anwohner, so Wolf:
- Die Kürzung der Beteiligung der VG Werke an den Kosten des Vollausbaues. Diese wollten zuerst 33 Prozent der Kosten übernehmen, nun seien es nur noch 13,8 Prozent.
- Bei der Auflistung der geplanten Ausbaukosten für Kanal einerseits und die Straßensanierung andererseits, gebe es nicht genug Transparenz.
- Die Bergstraße würde möglicherweise in Zukunft als Bauzufahrtstraße für das Neubaugebiet Königsberg dienen, was eine hohe Lärmbelastung der Anwohner zur Folge hätte.
- Die neue Anschlusspflicht an das Trennsystem, bei dem Regenwasser und Schmutzwasser getrennt abgeführt werden müssen. Das sei, so Wolf, bei den Altbauten in der Bergstraße nur mit hohem Kostenaufwand möglich, da die Leitungen unter den Bodenplatten liegen.
Wolf: "Die zäumen das Pferd von hinten auf. Die Stadt hat zuerst ein Neubaugebiet geplant und sich dann erst Gedanken über dessen Erschließung gemacht." Die IG fordert daher ein Überdenken der Kostenbeteiligungen zugunsten der Anwohner. Das sei eine Diskussionsgrundlage, so Wolf. Schließlich könne es nicht angehen, dass Anwohner der Bergstraße die Erschließung eines Neubaugebiets am Königsberg finanzieren. Rückenwind erhält die Initiative aus der Bergstraße von Anwohnern aus der benachbarten Straße Am Neuberg. Dort gab es ebenfalls eine Anwohnerversammlung, die Einspruch gegen die Entwässerungsplanungen für das Bebauungsgebiet Königsberg erhoben hat. In einem Brief an Stadtbürgermeister Patrice Langer, den ein Dutzend Anwohner unterschrieben hat, fordern sie von dem Bau von Regenwasserbecken abzusehen und stattdessen Zisternen in dem Neubaugebiet vorzusehen, in dem 100 Grundstücke geplant sind. hpl

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